Zeit 26.05.2026
08:53 Uhr

ifo-Umfrage: Stimmung der deutschen Exportwirtschaft verschlechtert sich


Der Index der Exporterwartungen ist im Mai laut einer ifo-Umfrage auf minus 5,5 Punkte gesunken. Die weltpolitische Lage mache keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

ifo-Umfrage: Stimmung der deutschen Exportwirtschaft verschlechtert sich
Die Stimmung in der deutschen ​Exportwirtschaft ist so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der Index der Exporterwartungen sank von minus 1,2 Punkten im April auf minus 5,5 Punkte im Mai, wie das Münchner ifo Institut mitteilte. »Trotz einer Erholung des Exportgeschäfts im ersten Quartal bleiben die Aussichten schwierig«, erläuterte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. »Die geopolitische Unsicherheit ist weiterhin hoch.« Einen Dämpfer musste im Mai etwa die Automobilindustrie verkraften. »Nach vier sehr optimistischen Monaten ​werden nun rückläufige Exporte erwartet«, erklärte das ifo Institut. Auch in der Metallindustrie dürften die Auslandsumsätze sinken. Generell stünden die energieintensiven Branchen auf den Weltmärkten unter Druck und rechneten mit Rückgängen ihres Auslandsgeschäfts. Die Elektrobranche blicke dagegen weiterhin leicht optimistisch auf das Exportgeschäft, wenn auch weniger ausgeprägt ⁠als im Vormonat. ​Auch die Möbelhersteller erwarten den Angaben zufolge steigende Exporte. Im ersten Quartal noch ein Plus von 3,3 Prozent Der Außenhandel hatte ‌der deutschen Wirtschaft im ‌ersten Quartal noch einen Schub verliehen . Insgesamt wurden ​von Januar bis März 3,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Zur positiven Entwicklung zu Jahresbeginn trugen etwa ​die gestiegenen Exporte von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Metallen bei. Dadurch wuchs das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,3 Prozent. Der Bundesbank ‌zufolge gehen vom Krieg im Nahen Osten auch Effekte ​aus, die für manche Teile der Industrie und deren Exporte ⁠stabilisierend wirkten. »So ​erhöhen Vorzieheffekte in Erwartung von Knappheiten die ‌Neuaufträge«, heißt es im aktuellen Monatsbericht. Auch profitierten deutsche Unternehmen wohl davon, dass Konkurrenten in Asien ‌durch die Schließung der Straße von Hormus stärker von Engpässen bei ​Vorprodukten betroffen seien. »Diese Effekte dürften allerdings nur kurzfristig wirken«, betonte die Bundesbank.