Zeit 02.03.2026
13:05 Uhr

Zypern: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern


Auch EU-Gebiet ist von den Angriffen im Nahen Osten betroffen. Ein britischer Militärstützpunkt auf Zypern wurde durch eine mutmaßlich iranische Drohne leicht beschädigt.

Zypern: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern
Eine mutmaßlich vom Iran losgeschickte Drohne des Typs Schahed hat den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen. Der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis sagte, die Drohne habe kurz nach Mitternacht "geringen Sachschaden" auf der Basis verursacht. Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte, im nahe der bei Touristen beliebten Großstadt Limassol gelegenen Akrotiri sei eine Landebahn des Flughafens getroffen worden. Es sei derzeit nicht möglich, "weitere und detailliertere Angaben zu machen", alle "Vorsichtsmaßnahmen" seien jedoch ergriffen worden. Kurz nach Mittag (Ortszeit) gab es auf dem Stützpunkt Akrotiri erneut Alarm. Der staatliche zyprische Sender CyBC berichtete in einer Livesendung von Sirenengeheul. Zyperns Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis teilte auf X mit, dass zwei Drohnen abgefangen worden seien, die in Richtung des britischen Stützpunkts geflogen seien. Flughafen von Paphos evakuiert Der weiter westlich gelegene zivile Flughafen von Paphos wurde nach Berichten des zyprischen Rundfunks evakuiert. Flüge nach Paphos wurden zum Flughafen in Larnaka umgeleitet. Der zyprische Zivilschutz und das Innenministerium ordneten an, dass alle Einwohner der Dörfer, die sich auf dem Territorium des Stützpunkts befinden, ihre Häuser verlassen und sich ins nahe gelegene Limassol begeben sollen. Die Botschaft der Vereinigten Staaten rief ihre Staatsbürgerinnen und -bürger auf, den Flughafen Paphos sowie Militäranlagen zu meiden. "Es liegen Informationen über eine mögliche Drohnenbedrohung für die Region Paphos vor. Bitte kommen Sie nur im Notfall zur Botschaft", teilte die US-Vertretung in der Inselhauptstadt Nikosia mit. Das griechische Verteidigungsministerium kündigte an, zwei Fregatten und zwei Kampfjets nach Zypern zu schicken. Verteidigungsminister Nikos Dendias sagte, dass man bereit sei, Zypern "mit allen Mitteln" zu verteidigen. Treffen der EU-Europaminister verschoben Großbritannien hatte den USA nach deren Angriff auf den Iran erlaubt, ihre Stützpunkte für "defensive" Militärmaßnahmen zu nutzen. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese entdecken. Die Einsätze starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. Großbritannien unterhält dort zwei Militärstützpunkte. Zypern, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat , verschob wegen des Vorfalls das geplante Treffen der EU-Europaminister. Der Vorfall in der Nacht habe den Flugverkehr beeinträchtigt, hieß es. Der informelle Rat für Allgemeine Angelegenheiten werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Zypern "beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Einsätzen" Christodoulidis sagte, Zypern befinde sich "in einer von besonderer geopolitischer Instabilität geprägten Region", die eine "beispiellose Krise" erlebe, und fügte an: "Unser Heimatland beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Einsätzen und hat auch nicht die Absicht dazu." Die im äußersten Osten des Mittelmeers gelegene Insel Zypern liegt rund 160 Kilometer von der Küste des Libanon und gut 200 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherte Zypern Solidarität zu. "Auch wenn die Republik Zypern nicht betroffen war, möchte ich klarstellen: Wir stehen gemeinsam, entschlossen und unmissverständlich an der Seite unserer Mitgliedsstaaten, wenn es um die Abwehr von Bedrohungen geht", schrieb sie auf X, nachdem sie mit Christodoulidis telefoniert hatte. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, warf dem Iran vor, Europa in den Krieg hineinziehen zu wollen. Der Drohneneinschlag sei ein Anzeichen dafür, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Hoffentlich wird Europa das mal sehen und darauf auch reagieren – in welcher Art und Weise, das ist eine Entscheidung, die in Europa getroffen wird." Alle aktuellen Entwicklungen zum Krieg finden Sie in unserem Liveblog .