Zeit 07.01.2026
12:25 Uhr

Zwei von drei Ärzten erleben Gewalt im Berufsalltag


Einer Umfrage zufolge nimmt die Zahl der Übergriffe auf Mediziner im Beruf zu. Mehr als die Hälfte der Ärzte beklagt eine Verschärfung der Situation.

Zwei von drei Ärzten erleben Gewalt im Berufsalltag
Die Mehrheit der Ärzte in Deutschland hat einer Umfrage zufolge Gewalt im Beruf erlebt. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblatts haben zwei von drei Medizinern bereits Gewalt am Arbeitsplatz erlebt. Mehr als die Hälfte der 1.619 Befragten gab an, dass sich die Situation in den vergangenen Jahren verschärft habe. Der Umfrage nach wurden in den meisten Fällen die Ärzte verbal attackiert, in fast jedem zweiten Fall kam es auch zu tätlichen Übergriffen. Rund 40 Prozent der Befragten berichten von psychischer Gewalt am Arbeitsplatz, 16 Prozent von Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Religion. Mehr als jeder Fünfte wurde durch die Attacken zeitweise in seiner Arbeit eingeschränkt, zehn Prozent der Betroffenen wurden dadurch sogar arbeitsunfähig . Die Täter sind der Umfrage nach überwiegend allein handelnde Männer, die als Patienten medizinische Einrichtungen aufsuchen. In etwa einem Drittel der Fälle stammen die Angreifer aus dem Umfeld der Patienten. Präsident der Bundesärztekammer fordert härtere Strafen Der Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt warnt angesichts der Zahlen: "Wer Helferinnen und Helfer angreift, zerstört das Vertrauensverhältnis, auf dem medizinische Versorgung basiert, und gefährdet damit die Funktionsfähigkeit des Gemeinwohls und des Gesundheitswesens." Reinhardt plädiert deshalb für ein bundesweites Meldetool für solche Gewalterfahrungen und fordert härtere Strafen für die Angreifer.