Zeit 06.02.2026
07:47 Uhr

Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen: Deutsche Bahn saniert Strecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen


Zwischen Köln und Hagen fahren fünf Monate lang kaum Züge. Reisende und Pendler müssen auf rund 200 Ersatzbusse oder Umleitungen ausweichen.

Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen: Deutsche Bahn saniert Strecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen
Seit heute fahren zwischen Köln, Wuppertal und Hagen für mehr als fünf Monate fast keine Züge mehr. Grund ist die Generalsanierung der rund 65 Kilometer langen Strecke zwischen Hagen und Köln. Die Auswirkungen reichen jedoch über die Region hinaus, auch wegen einer weiteren Großbaustelle im östlichen Ruhrgebiet. Für Reisende bedeutet das, dass während der gesamten Generalsanierung keine Fernzüge zwischen Köln, Wuppertal und Hagen verkehren. Im Regionalverkehr sind die jeweiligen Bauphasen entscheidend, teilweise werden alle Gleise gesperrt sein. Dann fallen auf den zehn Linien in dem Abschnitt sämtliche Züge aus. Umleitungen und Busse für Reisende Für Pendler werden rund 200 Busse eingesetzt, deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Ersatzbusse sollen teils im Zehn-Minuten-Takt verkehren und wie die S-Bahnen alle Bahnhöfe entlang der Strecke bedienen. Zusätzlich soll es Expressbusse geben, die über die Autobahn fahren und nur die größten Stationen verbinden, teilte Projektleiter Arno Jaeger mit. Während der Bauarbeiten bleiben zumindest für rund zwei Drittel der Zeit die S-Bahn-Gleise zwischen Düsseldorf und Hagen befahrbar. Umleitungen wird es vor allem für ICE-Züge geben. ICE-Verbindungen von Köln nach Berlin und Hamburg fahren demnach über Düsseldorf, Duisburg und das Ruhrgebiet. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit um etwa 20 bis 40 Minuten. In Wuppertal und Solingen halten während der fünf Monate keine Fernzüge, in Hagen sollen ab dem 15. Mai zumindest wieder einige fahren. Auch IC-Verbindungen entfallen auf dem Abschnitt vollständig. Sanierung soll Strecke langfristig verlässlicher machen Grund für die Sanierung ist die überalterte Schieneninfrastruktur. In der Vergangenheit kam es zwischen Köln und Hagen immer wieder zu Problemen, die Verspätungen und Zugausfälle verursachten. Nach Abschluss der Sanierung – planmäßig am 10. Juli – sollen diese Probleme behoben sein. Ziel der fünfmonatigen Bauphase sei es, die stark belastete Strecke langfristig verlässlicher und leistungsfähiger zu machen, teilte die Bahn mit. Im Zuge der Generalsanierung werden Gleise erneuert, Oberleitungen saniert und Weichen modernisiert. Zudem sollen zwölf Bahnhöfe entlang der Strecke moderner und sicherer werden . Einige Stationen, darunter Haan und Gruiten, werden im Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) seit Jahren in der Qualitätskategorie "nicht tolerierbar" geführt. Insgesamt rechnet die Bahn mit Kosten von rund 800 Millionen Euro. Die Stellwerke entlang der Strecke werden während der Generalsanierung jedoch nicht erneuert, obwohl etwa die Hälfte von ihnen in einem mangelhaften oder ungenügenden Zustand ist. Laut einer Bahnsprecherin ist dies erst für die 2030er-Jahre geplant. In den kommenden fünf Monaten liege der Fokus auf Gleisen und Bahnhöfen, von denen viele ebenfalls in schlechtem Zustand seien. 40 weitere Streckenmodernisierungen in den kommenden Jahren Die lange und umfangreiche Sperrung begründet die Bahn mit ihrem neuen Konzept der Generalsanierung . Während früher versucht wurde, den Zugverkehr mit vielen kleineren Baustellen aufrechtzuerhalten, wird die Strecke nun vollständig gesperrt. Ziel ist es, Reisenden anschließend über Jahre hinweg einen weitgehend baustellenfreien Betrieb zu ermöglichen. In den kommenden Jahren will die Bahn bundesweit rund 40 wichtige Strecken modernisieren und für den digitalen Ausbau vorbereiten. Etwa zehn dieser Großprojekte betreffen Nordrhein-Westfalen.