Zeit 10.12.2025
22:54 Uhr

Zinsentscheid: US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge


Die Fed setzt ihren Kurs der Zinssenkungen weiter fort. Erstmals seit der Coronapandemie liegt ihr Leitzins nur noch bei 3,5 bis 3,75 Prozent.

Zinsentscheid: US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge
Die US-Notenbank senkt zum dritten Mal in diesem Jahr den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Er liegt fortan zwischen 3,5 und 3,75 Prozent, wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington, D. C. mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit rund drei Jahren. Erstmals nach einem Dreivierteljahr hatte die Fed den Leitzins im September um einen Zinsschritt gesenkt, also um 0,25 Prozentpunkte. Damals hatte das Gremium weitere Senkungen in Aussicht gestellt. Ende Oktober folgte dann die zweite Zinssenkung . Die Notenbank begründete den neuen Zinsentscheid mit der schwierigen Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. Die Risiken für die Beschäftigung hätten in den vergangenen Monaten zugenommen, hieß es von der Fed. US-Präsident Donald Trump kritisierte hingegen die Senkung als zu zögerlich. Der Zinsschnitt hätte "mindestens doppelt" so hoch ausfallen können wie von der Fed beschlossen, sagte Trump. Für eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte hatte bei der Fed-Sitzung auch Trumps Gefolgsmann Stephen Miran gestimmt. Damit will Trump unter anderem Immobilienkredite verbilligen. Einige Verantwortliche der Fed sind jedoch besorgt, dass die US-Zollpolitik die Verbraucherpreise weiter steigen lassen könnte. Im September waren die Preise für Verbraucher gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent gestiegen und lagen damit deutlich über dem mittelfristigen Inflationsziel der Fed von zwei Prozent. Shutdown betraf auch die Fed Unterdessen geht die Fed im kommenden Jahr von mehr Wirtschaftswachstum in den USA aus. Für 2026 rechnet die Zentralbank im Median mit einem Plus von 2,3 Prozent. Noch im September hatte die US-Notenbank 1,8 Prozent Wachstum für das neue Jahr vorhergesagt. Die Konjunkturerwartungen für das ablaufende Jahr stiegen leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent. Wegen des US-Haushaltsstreits zwischen Republikanern und Demokraten sowie des folgenden Shutdowns in den USA konnte die Fed bei der Zinsentscheidung auf deutlich weniger Daten als üblich zugreifen. Viele Bundesbehörden hatten wochenlang ihre Arbeit ausgesetzt. Das Büro für die US-Arbeitsmarktstatistik (BLS) hatte mitgeteilt, dass die Inflationsdaten für den Oktober ersatzlos ausfallen. Erst Mitte Dezember sollen die Zahlen für November nachgereicht werden.