Zeit 17.02.2026
17:51 Uhr

Zecken: Klimakrise begünstigt Zecken und sorgt für mehr Hirnhautentzündungen


Zecken sind durch warme Winter ganzjährig aktiv und überleben so auch die kalte Jahreszeit. Deshalb rechnen Experten mit neuen Höchstwerten bei Hirnhautentzündungen.

Zecken: Klimakrise begünstigt Zecken und sorgt für mehr Hirnhautentzündungen
Zecken haben im vergangenen Jahr möglicherweise so viele Hirnhautentzündungen verursacht wie noch nie seit dem Beginn der Meldepflicht. "Die Auswertungen laufen noch, aber es ist jetzt schon abzusehen, dass wir die schon sehr hohen Zahlen von 2024 übertroffen haben werden", sagte Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Die Hauptursache für die steigenden Zahlen dürfte nach Ansicht der Experten der Klimawandel sein. Bei der durch Zeckenstiche verursachten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sehen Experten weiter steigende Zahlen. Zecken können Erreger der FSME sein, eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Zeckengefahr trotz Frost Zecken sind aufgrund zumeist milder Winter inzwischen ganzjährig aktiv und überleben die kalte Jahreszeit. Nach Einschätzung der Experten werden die frostigen Temperaturen in weiten Teilen Deutschlands den Zecken kaum etwas anhaben. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim sagte, dass der Lebenszyklus der Zecke von der Eiablage bis zur erwachsenen Zecke über viele Jahre verlaufe. So würden die Zecken trotz der aktuellen Kälte "jetzt nicht sofort wegsterben". Laut den Angaben von Dobler und Mackenstedt liegen Baden-Württemberg und Bayern mit etwa 85 Prozent der Krankheitsmeldungen weiterhin an der Spitze der FSME-Risikogebiete. Ein ansteigender Trend auf niedrigem Niveau sei aber in allen Bundesländern zu beobachten. Zahl der FSME-Erkrankungen 2025 wird noch veröffentlicht Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat im Jahr 2024 bundesweit 695 bestätigte Fälle von FSME registriert. Auch für 2025 hat das RKI bislang mehr als 690 Erkrankungsfälle erfasst, die offiziellen Zahlen werden in wenigen Wochen veröffentlicht. Der höchste Wert wurde bisher mit 704 FSME-Erkrankungen im Jahr 2020 gemessen. Aktuell habe man 693 gesicherte FSME-Fälle in 2025, sagte Dobler. Hinzu kämen 100 Verdachtsfälle, die derzeit geprüft werden. Dobler leitet das nationale Konsiliarlabor für FSME. Es ist zuständig für die Überprüfung unklarer Diagnosen, kontrolliert aber auch die Epidemiologie und Ökologie der Erkrankung. Impfung ist der beste Schutz gegen FSME FSME ist eine Viruserkrankung, die bei etwa einem Drittel der Erkrankten grippeartige Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auslöst. Bei fünf bis zehn Prozent der Infektionen treten nach einem ersten symptomfreien Verlauf Hirnhaut- und Gehirnentzündungen auf. Insbesondere bei älteren Menschen können sie bleibende Schäden verursachen. Bei einer Erkrankung besteht die Gefahr von Spätfolgen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten sowie neurologischen Ausfällen. Selten kommt es auch zu Todesfällen. Für FSME gibt es keine spezielle Behandlungsmethode. Den besten Schutz gegen FSME bieten Impfungen . Laut Robert Koch-Institut (RKI) besteht jedoch bei 99 Prozent der Patienten kein Impfschutz. Dieser Schutz sei aber entscheidend, sagte Dobler. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit FSME zu infizieren, sei heute fünf- bis zehnmal höher als vor 40 Jahren.