Zeit 31.01.2026
09:20 Uhr

Yasmin Fahimi: DGB-Chefin kritisiert Pläne zur Aufweichung von Acht-Stunden-Tag


Es werde so getan, als sei Deutschland voller Faulenzer und Blaumacher, sagt Yasmin Fahimi. Die DGB-Chefin kritisiert Pläne der Koalition zur Arbeitszeit.

Yasmin Fahimi: DGB-Chefin kritisiert Pläne zur Aufweichung von Acht-Stunden-Tag
Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Yasmin Fahimi, hat Pläne der Bundesregierung deutlich kritisiert, den Acht-Stunden-Tag in Deutschland zugunsten einer wöchentlichen Obergrenze aufzuweichen. Dem Deutschlandfunk sagte sie, die bisherige Gesetzeslage gebe bereits jetzt ausreichend Spielraum für Ausnahmeregelungen her, der Gesetzgeber schaffe mit den neuen Plänen lediglich Anreize, Rahmenregelungen wie Tarifverträge zu missachten. Fahimi mahnte eine Stimmungslage im Land an, "wo so getan wird, als ob die Beschäftigten hier alle ein einziges Volk von Faulenzern und Blaumachern wären". Das sei "schäbig", "respektlos" und "übergriffig". Gleichzeitig lenke die Debatte davon ab, was wirklich für Wachstum gebraucht werde. Der Acht-Stunden-Tag sei das Ergebnis eines langen Kampfes, den Gewerkschaften schon vor 100 Jahren geführt hätten, sagte Fahimi. Dabei gehe es nicht nur um Gesundheit und einen geregelten Arbeitstag, sondern auch darum, anzuerkennen, dass es ein Leben neben der Arbeit gebe. Fahimi wirbt für mehr Tarifbindung Bereits jetzt gebe es eine Reihe von Öffnungsklauseln, die Flexibilität ermöglichten. "Niemand muss seine Arbeit beenden, wenn zum Beispiel das Arbeitsprodukt dadurch gefährdet ist. Wenn es Noteinsätze gibt, ob das in einem Leitwerk eines Kraftwerks ist oder ob das im Krankenhaus ist, sind auch im Ausnahmefall längere Arbeitszeiten möglich." All das sei in Tarifverträgen zu regeln, wo es dann auch entsprechende Gegenleistungen gebe. Worum es nun gehe, sei, "dass quasi diese Regelungen alle ausgehebelt werden und der Arbeitgeber sagen kann: 'Morgen kommst du nicht acht Stunden, sondern zwölf Stunden'". Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds warb daher für eine Stärkung der Tarifbindung. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch die sogenannte "Nationale Tourismusstrategie" . Darin finden sich auch Pläne aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wieder, die nur noch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit festlegen. Aktuell ist die Arbeitszeit noch auf acht Stunden pro Tag begrenzt.