Zeit 16.01.2026
17:48 Uhr

Wolfram Weimer: Weimer fordert EU zum Handeln gegen KI-generierte Holocaustbilder auf


Der Kulturstaatsminister schließt sich der Forderung von Holocaustgedenkstätten an, KI-Inhalte verpflichtend zu kennzeichnen. Geschichte dürfe nicht relativiert werden.

Wolfram Weimer: Weimer fordert EU zum Handeln gegen KI-generierte Holocaustbilder auf
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die EU aufgefordert, gegen die Verbreitung KI-generierter Holocaustbilder und -filme vorzugehen. "Das große Leid der Opfer des Holocausts darf nicht verfälscht und verzerrt werden", sagte Weimer der ‍Nachrichtenagentur Reuters. "Ich unterstütze deshalb die Forderung ​der Gedenkstätten, KI-generierte Bilder eindeutig zu kennzeichnen und ‌wenn nötig zu entfernen." Dabei forderte Weimer auch, dass die EU-Kommission entschieden gegen die Betreiber von sozialen Medien vorgehen müsse. Ähnliches hatte er bereits in Bezug auf KI -generierte sexualisierte Bilder auf ​der Plattform X gesagt. "Wir müssen ⁠verhindern, dass mit solchen KI-generierten Bildern oder Videos in sozialen Medien Geld verdient wird." Das gebiete der Respekt vor Millionen von Menschen, die von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft getötet und verfolgt wurden. "Die Verbreitung manipulierter Bilder führt dazu, dass Geschichte umgeschrieben und letztlich relativiert ​wird", sagte Weimer. "Der Digital Service Act (DSA) nimmt die Plattformanbieter in die Pflicht." Gedenkstätten schreiben offenen Brief Mehr als 30 deutsche KZ-Gedenkstätten hatten Betreiber großer Internetplattformen in einem offenen Brief dazu aufgerufen , gegen geschichtsverfälschende KI-Bilder vorzugehen. Darin warnten die Einrichtungen vor immer mehr mit künstlicher Intelligenz erstellten Inhalten mit Bezug zum Nationalsozialismus, die "keine historischen Ereignisse abbilden, sondern frei erfunden sind". Diese Inhalte verfälschten die Geschichte durch "Verharmlosung und Verkitschung". "Zum einen nutzen sogenannte Content-Farmen die emotionale Wucht des Holocausts , um mit minimalem Aufwand maximale ⁠Reichweite zu erzielen", warnten die Einrichtungen. "Zum anderen werden diese Inhalte gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und ⁠Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten." Der ⁠Einsatz von KI in sozialen Netzwerken wird auch in anderen Bereichen kritisiert. Mehrere Regierungen weltweit wollen ​gegen X und das KI-Tool von Elon Musk, Grok, wegen der Erzeugung und Verbreitung sexualisierter Beiträge von ⁠Frauen und Kindern vorgehen. Weimer hatte in diesem Zusammenhang von einer "Industrialisierung ‍der sexuellen Belästigung" gesprochen.