Zeit 05.06.2026
18:39 Uhr

Wohnungsbau: Kommunale Wohnungsgesellschaften wollen Bestände aufstocken


Wohnungsbau: Kommunale Wohnungsgesellschaften wollen Bestände aufstocken
Die sieben landeseigenen Wohnungsgesellschaften wollen ihren Bestand in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Bis Ende 2030 soll sich die Zahl ihrer Wohnungen von aktuell gut 408.000 auf 440.000 erhöhen, bis 2035 dann auf knapp 465.000. Eine entsprechende, Roadmap genannte Vereinbarung unterzeichneten die Unternehmen und der Senat. Der angestrebte Zuwachs innerhalb eines Jahrzehnts beträgt demnach etwa 14 Prozent oder 56.000 Wohnungen. Das schafft nach Angaben der beteiligten Unternehmen bezahlbaren Wohnraum für schätzungsweise 120.000 Menschen – so viele, wie heute in einem Berliner Altbezirk wie Schöneberg leben. Neubau und Zukauf Das Plus an kommunalen Wohnungen soll vor allem durch Neubau erreicht werden, wie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei einer Besichtigungstour zu verschiedenen Bauprojekten sagte. Ergänzend wollen die landeseigenen Gesellschaften Bestände dazu kaufen, wo es wirtschaftlich Sinn macht. »Da sagen wir nicht kategorisch nein. Das wäre ja auch nicht klug, wenn man das kategorisch ausschließen würde«, so Wegner. Debatte über Tempelhofer Feld Ergänzend machte der Regierungschef zum wiederholten Male deutlich, dass er sich auch den Bau von Wohnungen am Rand des Tempelhofer Feldes vorstellen kann. »Jetzt gibt es einen Vorschlag aus der Zivilgesellschaft, der 21.400 Wohnungen schaffen könnte«, sagte er. »Und ich finde erst mal, das ist ein Vorschlag, den man nicht kategorisch ablehnen sollte, sondern den man sich mal genau angucken sollte.« Er finde das kürzlich von einer Gruppe Architekten vorgestellte Konzept spannend, so Wegner. »Im Übrigen sagt das Tempelhofer-Gesetz, was damals beschlossen wurde: dass das Tempelhofer Feld eine 200 Hektar große Wiesenfläche haben soll. Der Vorschlag aus der Zivilgesellschaft mit 21.400 Wohnungen würde bedeuten, dass 200 Hektar Wiesenfläche erhalten bleiben«, fügte er hinzu. Trotzdem könnten 50.000 Menschen ein neues Zuhause finden. »Wenn wir immer wieder sagen, wir müssen die Potenziale dieser Stadt nutzen, dann ist das ein Potenzial, was wir nutzen sollten.« Im Mai 2014 hatten die Menschen in Berlin in einem Volksentscheid entschieden, dass der ehemalige Flughafen nicht bebaut werden darf. Die Fläche wird heute als Freizeitgelände genutzt. © dpa-infocom, dpa:260605-930-178269/2