Zeit 13.02.2026
11:31 Uhr

Wirtschaftslage in Deutschland: Statistisches Bundesamt meldet Rückgang bei Unternehmensinsolvenzen


Im November 2025 sind in Deutschland weniger Firmen insolvent gegangen als im vorherigen Monat. Es ist der niedrigste Monatswert im gesamten Jahresverlauf.

Wirtschaftslage in Deutschland: Statistisches Bundesamt meldet Rückgang bei Unternehmensinsolvenzen
In Deutschland sind neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge weniger Unternehmen insolvent gegangen als zuletzt angenommen. Im November 2025 wurden demnach 1.794 Unternehmensinsolvenzen amtlich registriert. Das ist der niedrigste Monatswert im gesamten Jahresverlauf (+0,4 Prozent zum Oktober). Im Oktober hatte es noch einen Anstieg von fast fünf Prozent gegeben im Vergleich zum Vormonat . Von Januar bis November 2025 wurden zehn Prozent mehr Insolvenzen gemeldet als im Vorjahr (insgesamt rund 22.000 Firmen). Die meisten Insolvenzen (bezogen auf 10.000 Unternehmen) gab es in den Branchen Verkehr und Lagerei sowie im Baugewerbe. Im Schnitt war die wirtschaftliche Dimension der Insolvenzen aber deutlich kleiner als ein Jahr zuvor. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich im November auf 1,5 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 2,8 Milliarden Euro. Es waren also zuletzt eher kleinere Unternehmen betroffen. Mehr als 60 Betriebsaufgaben ​pro Tag Die Zahlen würden die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft bestätigen, sagte DIHK-Chefanalyst Volker Treier. "Allein im November 2025 ‌mussten ⁠so viele Betriebe insolvenzbedingt ihre Pforten schließen ​wie seit zehn Jahren nicht mehr." Für das Gesamtjahr 2025 sei mit deutlich mehr als 23.000 Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. Das seien mehr als 60 Betriebsaufgaben ​pro Tag, teilte der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) mit. Erste Trendauswertungen aus der kommenden DIHK-Konjunkturumfrage zeigten, dass sich die Wirtschaft auch weiterhin nur mühsam aus der Krise herausarbeiten könne. Bei den vorgelegten Zahlen des Statistikamtes ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst ​ nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen rund drei Monate zurück. Jahresbeginn mit ähnlichem Trend Erste Zahlen für den Jahresbeginn vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigen, dass die Summe der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften um vier Prozent gegenüber Januar 2025 gestiegen ist. Das IWH geht davon aus, dass der Trend sich im Februar und März fortsetzt. Ab April sei eine Entspannung möglich. Es zeichne sich aber noch "keine echte Entwarnung" ab. Für ihre Analysen werten die Forscher aus Halle die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpfen sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen.