Zeit 13.02.2026
17:12 Uhr

Winterspiele: Italienische Biathletin darf trotz positiver Dopingprobe starten


Ein Gericht hat die Suspendierung der Biathletin Rebecca Passler wegen Dopings aufgehoben. Sie soll die Substanz unbeabsichtigt eingenommen haben – über ein Nutella-Glas.

Winterspiele: Italienische Biathletin darf trotz positiver Dopingprobe starten
Die vor den olympischen Winterspielen positiv auf eine verbotene Substanz getestete Biathletin Rebecca Passler darf nun doch starten. Das Nationale Berufungsgericht der italienischen Anti-Doping-Agentur NADO gab der Berufung Passlers gegen die vorläufige Suspendierung statt. Das Gericht geht davon aus, dass Passler die verbotene Substanz unabsichtlich zu sich genommen hat. Passler war am 2. Februar vorläufig gesperrt worden, weil sie positiv auf das verbotene Letrozol getestet worden war. Mit dem Medikament kann man den Östrogenspiegel senken, hauptsächlich wird es zur Behandlung von Krebs eingesetzt. Italienischen Medienberichten zufolge leidet Passlers Mutter an Brustkrebs und nimmt Letrozol ein. Beim Frühstück sollen die beiden denselben Löffel benutzt haben, um Nutella aus einem Glas zu löffeln. Dabei soll Passler mit Rückständen des Medikaments in Kontakt gekommen sein. Im Eilverfahren konnte Passler das Gericht davon überzeugen, nicht absichtlich gedopt zu haben. Auch der italienische Verband steht hinter ihr. Es habe eine logische Erklärung gegeben, wie die Substanz in ihren Körper gelangt sei, sagte der italienische Biathlon-Sportdirektor Klaus Höllrigl. Zudem sei der gemessene Wert "minimal" gewesen. Entscheidung über Staffelstart fällt nach zwei Trainingseinheiten Passler selbst sagte nach der Enscheidung, dass sie sehr schwierige Tage hinter sich habe. "Jetzt kann ich mich endlich wieder voll und ganz auf Biathlon konzentrieren." Beim Sprint am morgigen Samstag wird sie noch nicht an den Start gehen. Italiens Verband teilte mit, dass sie ab Montag wieder mit ihren Teamkolleginnen trainieren werde. Am Mittwoch könnte sie dann bei der Staffel der Frauen stattfinden. Darüber werde am Dienstag entschieden, sagte Höllrigl. "Wir werden die beiden Trainings beobachten, in welchem Zustand sie körperlich und mental ist." Die 24-Jährige startet seit Ende 2021 im Weltcup. Im Januar war sie bei den Wettkämpfen im thüringischen Oberhof Startläuferin der italienischen Frauenstaffel. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy.