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27.11.2025
14:53 Uhr
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Sechs weitere Todesfälle soll es im Fall "White Tiger" gegeben haben. Die meisten von ihnen sollen im Livestream Suizid begangen haben.

Im Fall "White Tiger" gibt es einer Recherche des Magazins Spiegel zufolge mehr Opfer als bislang bekannt. Neben dem durch Hamburger Ermittlungen bekannt gewordenen Fall soll es in den vergangenen Jahren mindestens sechs weitere Todesfälle gegeben haben. Verantwortlich seien das pädokriminelle Onlinenetzwerk Com und die dazugehörige Gruppierung 764. Dem Bericht zufolge begingen die Opfer in den meisten Fällen Suizid im Livestream. In einem Leipziger Fall würden die Behörden dem Verdacht nachgehen, dass ein 764-Mitglied eine 13-Jährige durch verstörende Messenger-Nachrichten dazu gebracht habe, ihre jüngere Schwester zu töten. In einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Kleinzschocher soll das Mädchen im Oktober 2024 die Siebenjährige erstochen haben, als die Eltern nicht zu Hause waren. Im Fall "White Tiger" hatte die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg im Oktober Anklage gegen einen 21-Jährigen wegen Mordes und fünffachen versuchten Mordes erhoben. Er soll psychisch labile Jugendliche über das Internet zu Gewalttaten gegen sich selbst gedrängt haben, ein 13-Jähriger soll in den USA Suizid begangen haben. Eltern von Opfer fordern Regulierung auf Plattformen Dem Magazin sagte die Anwältin des 21-jährigen Angeklagten, die Mordvorwürfe seien nicht haltbar. "Ich werde mich vor Beginn der Hauptverhandlung nicht zu den einzelnen Anklagepunkten äußern", wird sie zitiert. Für ihren Mandanten gilt die Unschuldsvermutung. Die Eltern des 13-jährigen US-Schülers sagten dem Spiegel , sie wollten andere Familien warnen. Die Welt müsse wissen, wie gefährlich die Onlinegruppierung 764 sei, sagte die Mutter des Jungen. Die Familie habe alles für den Jungen getan, "wir hatten die besten Voraussetzungen, und trotzdem konnten wir ihn nicht retten." Die Familie setzt sich für eine stärkere Regulierung von Onlineplattformen wie Discord ein, auf denen die Gruppierungen aktiv sind. Weiter fordern die Eltern, einen eigenen Straftatbestand für digitale Nötigung und Erpressung mit Todesfolge einzuführen. Außerdem sollen Techplattformen wie Discord einen Notfallknopf einführen, der dafür sorgt, dass menschliche Mitarbeiter eine potenziell gefährliche Unterhaltung innerhalb von 15 Minuten überprüfen.