Zeit 22.01.2026
14:08 Uhr

Weltwirtschaftsforum Davos: Donald Trump unterzeichnet Gründungsdokument seines "Friedensrats"


In Davos hat Trump die Gründung des "Friedensrats" bekannt gegeben, der unter seinem Vorsitz Konflikte lösen soll. Die Organisation könne "alles tun, was wir wollen".

Weltwirtschaftsforum Davos: Donald Trump unterzeichnet Gründungsdokument seines
US-Präsident Donald Trump hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die Gründung des von ihm initiierten sogenannten Friedensrats bekannt gegeben und seine Unterschrift unter das Gründungsdokument für die neue Organisation gesetzt. Diese wird von Kritikern als Trumps persönliche Alternative zu den Vereinten Nationen bezeichnet. "Der Friedensrat ist nun eine offizielle internationale Organisation", sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt im Beisein weiterer Gründungsmitglieder. Ursprünglich war der Friedensrat Teil des 20-Punkte-Plans der USA zur Überwachung der Waffenruhe im Gazastreifen sowie des Aufbaus einer zivilen Verwaltung in dem Gebiet. Am vergangenen Wochenende berichteten US-Medien, dass Trump aufbauend auf dem Gremium, dem unter anderem der frühere britische Premier Tony Blair und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner angehören sollen, eine ebenfalls als Friedensrat bezeichnete Runde von Staats- und Regierungschefs aufbauen will . Diese solle sich um die Lösung von Konflikten weltweit kümmern. "Wir sind die mächtigsten Leute auf der Welt" In der von Trump unterzeichneten Charta des Friedensrats wird der Gazastreifen nicht mehr genannt. Nach US-Angaben haben sich von 60 eingeladenen Staaten rund 35 Länder zu einem Beitritt verpflichtet, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Argentinien und Belarus. Zahlreiche EU-Länder, darunter Deutschland, lehnten einen Beitritt ab oder verwiesen auf ihre Zugehörigkeit zu den Vereinten Nationen. Dennoch sagte Trump in seiner Rede vor Unterzeichnung der Dokumente, "jeder" wolle der Organisation beitreten. An mehrere bei der Zeremonie anwesende Staatsoberhäupter gerichtet, sagte Trump: "Wir sind die mächtigsten Leute auf der Welt." In den vergangenen Tagen hatte Trump angedeutet, er sehe die Organisation als Konkurrenz zu den Vereinten Nationen (UN). In seiner Rede erneuerte er die Kritik an den UN: Sie hätten ein großes Potenzial, nutzten es jedoch nicht. "Wenn dieser Rat komplett ist, können wir so ziemlich alles tun, was wir wollen", sagte Trump. "Und wir werden das in Verbindungen mit den Vereinten Nationen tun." Es werde "das renommierteste Gremium sein, das jemals gebildet wurde". Trump als lebenslanger Vorsitzender mit umfassenden Befugnissen Kritiker Trumps werfen ihm vor, bei der Initiative vor allem die eigene Person im Blick zu haben. So ist Trump Vorsitzender der Organisation mit lebenslangem Mandat. Einzig der von Trump zusammengestellte "Exekutivrat" der Organisation soll ihn absetzen können, wenn dessen Mitglieder ihn einstimmig für unfähig halten. Seinen Nachfolger soll Trump selbst bestimmen können und neue Mitglieder nach eigenem Ermessen einladen, es sei denn, zwei Drittel der Mitglieder legen dagegen ihr Veto ein. Trump wiederum soll sein Veto gegen Mehrheitsbeschlüsse des Gremiums einlegen können. Die Mitgliedschaft ist auf drei Jahre begrenzt, eine unbefristete Mitgliedschaft wird gegen die Zahlung von einer Milliarde US-Dollar gewährt. In die Organisation hat Trump mehrere autoritäre Machthaber eingeladen, etwa den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko oder Russlands Staatschef Wladimir Putin . Aus Moskau ist bislang keine feste Zusage für eine Mitgliedschaft gekommen. Allerdings kündigte Putin an, er könne sich die Zahlung von einer Milliarde Dollar vorstellen, sofern sie aus dem in den USA wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine eingefrorenen russischen Staatsvermögen entnommen werde. Die Ukraine hatte ebenfalls eine Einladung erhalten, reagierte bislang jedoch nicht endgültig darauf. Rubio fordert Umsetzung von US-Plan für Gaza "Ich habe einige umstrittene Leute", sagte Trump zur Liste der eingeladenen Staatschefs. "Aber das sind Leute, die etwas hinbekommen. Das sind die Leute, die gewaltigen Einfluss haben." US-Außenminister Marco Rubio, der dem "Exekutivrat" der Organisation angehört, bekräftigte in seiner Ansprache bei der Zeremonie ebenfalls, dass ihm vor allem Tatkraft und Wirkmacht wichtig seien: "In internationalen Beziehungen finden wir uns häufig bei Veranstaltungen, in denen Menschen vorgefertigte Erklärungen verlesen, die stark formuliert sind", sagte Rubio laut dem US-Sender CNN. "Doch nichts passiert. Das ist eine Gruppe von Anführern, denen es um das Handeln geht." Das erste Projekt der Organisation soll laut Rubio, wie ursprünglich geplant, die Umsetzung des Friedens in Nahost sein. Der US-Friedensplan müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden, forderte er. Dies könne dann zu einem Beispiel für Möglichkeiten in anderen Konfliktregionen werden.