Zeit 25.01.2026
03:35 Uhr

Weltgesundheitsorganisation: WHO kontert erstmals die Anschuldigungen der USA


Nach dem Austritt der US-Regierung wehrt sich WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gegen Vorwürfe, er habe die USA in Verruf gebracht: "Das Gegenteil ist wahr."

Weltgesundheitsorganisation: WHO kontert erstmals die Anschuldigungen der USA
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat anhaltende Vorwürfe der US-Regierung erstmals ausführlich gekontert und als falsch bezeichnet. Die WHO warnte zudem vor einer zunehmenden Unsicherheit für die USA und die Welt, nachdem die US-Regierung in dieser Woche ihren Austritt aus der Organisation besiegelt hat. "Leider sind die Gründe, die für die Entscheidung der USA, aus der WHO auszutreten, angeführt werden, unwahr", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag auf X. Der Rückzug der USA aus der Gesundheitsorganisation mache "sowohl die USA als auch die Welt weniger sicher", betonte Tedros. US-Regierung beschuldigt WHO Der WHO-Chef bezog sich auf eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung vom Donnerstag . Darin hatten US-Außenminister Marco Rubio und US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. gemeinsam bekannt gegeben, dass ihr Land jetzt offiziell aus der WHO ausgetreten sei. Sie warfen der Organisation zahlreiche Versäumnisse während der Coronapandemie vor und beschuldigten sie, wiederholt gegen die Interessen der USA gehandelt zu haben. Der Rückzug der USA aus der WHO diene dem "Schutz der amerikanischen Souveränität und der Rückgabe der öffentlichen Gesundheit in die Hände des amerikanischen Volkes", betonte der Gesundheitsminister. "Selbst als wir die Organisation verließen, hat die WHO alles, was Amerika für sie getan hat, in Verruf gebracht und in den Dreck gezogen", schrieben Rubio und Kennedy Jr. Als Beispiel führten sie an, die WHO habe sich geweigert, eine US-Flagge auszuhändigen. Sie meldeten später, die Flagge sei nun wieder in US-Besitz. WHO hofft auf Rückkehr der USA "Das Gegenteil ist wahr", sagte nun Tedros. Wie sie es mit jedem Mitgliedsstaat tue, habe die WHO stets versucht, "mit den Vereinigten Staaten in gutem Vertrauen zusammenzuarbeiten". Die WHO widersprach den Anschuldigungen in einer gesonderten Erklärung . Sie habe nichts in Verruf gebracht oder in den Dreck gezogen, heißt es darin. Auch den Vorwurf, die WHO habe in der Coronapandemie "zeitnahe und genaue Weitergabe wichtiger Informationen behindert", wies die WHO zurück. Sie habe 2020 schon früh im Januar Regierungen auf allen Kanälen über die ungewöhnlichen Krankheitsfälle in China informiert und aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen. Sie habe am 30. Januar eine Notlage internationaler Tragweite ausgerufen, die höchste Alarmstufe, als es außerhalb Chinas noch weniger als 100 Coronafälle und keinen Todesfall gab. Die Organisation teilte mit, sie hoffe, dass die US-Regierung in die WHO zurückkehre. US-Gesundheitsminister Kennedy Jr. hatte auch der deutschen Bundesregierung schwere Vorwürfe wegen Coronamaßnahmen in Deutschland gemacht. Gesundheitsministerin Nina Warken hat die Anschuldigungen ebenfalls als falsch zurückgewiesen.