Zeit 19.11.2025
18:57 Uhr

Weltall: Bundesregierung beschließt Strategie für Weltraumsicherheit


Deutschland soll auf Gefahren aus dem All reagieren können. Das Kabinett beschloss eine entsprechende Strategie. Alleine das Verteidigungsministerium gibt 35 Milliarden.

Weltall: Bundesregierung beschließt Strategie für Weltraumsicherheit
Das Bundeskabinett hat eine Strategie für Weltraumsicherheit beschlossen. Darin sind Leitlinien für einen Schutz des Landes vor Gefahren im und aus dem Weltall aufgeführt. "Wir wollen Deutschland in der Dimension Weltraum glaubwürdig abschreckungs- und verteidigungsfähig aufstellen", heißt es in dem Entwurf. Im Zentrum steht der Schutz von Satelliten und Kommunikationstechnik. "Jeder kann sich vorstellen, was ein wirksamer Schlag im All gegen Satellitensysteme ausrichten kann. Das kann ganze Staaten lahmlegen", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Sich dagegen zu wappnen, sei naheliegend. Außenminister Johann Wadephul (CDU) teilte mit, das Rennen um die Vorherrschaft im All sei in vollem Gange. "Umso wichtiger ist es, dass Deutschland auch im Weltraum seine Interessen schützt." Störungen bei Satelliten können gravierende Folgen für die Navigation von Flugzeugen und Schiffen, die militärische Aufklärung und viele Alltagsdienste etwa auf Smartphones haben. "Wir erleben bereits heute, dass zum Beispiel Russland regelmäßig das GPS-Signal im Ostseeraum stört", sagte Pistorius. Verteidigungsministerium investiert 35 Milliarden Allein das Bundesverteidigungsministerium wird den Angaben zufolge für den Bereich Weltraum in den nächsten Jahren rund 35 Milliarden Euro investieren. In ihrer Strategie benennt die Regierung drei übergeordnete Themen: Gefahren und Bedrohungen erkennen, internationale Zusammenarbeit und eine nachhaltige Ordnung im Weltraum fördern sowie Abschreckung, Wehrhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit aufbauen und stärken. Darunter werden konkrete Punkte zur Umsetzung genannt "für den Aufbau einer gesamtstaatlichen Weltraumsicherheitsarchitektur", etwa Entwicklung und Beschaffung weltraumgestützter Frühwarn- und Überwachungssysteme, Einübung von Notverfahren für den Fall, dass satellitengestützte Systeme ausfallen oder der Ausbau des Austauschs weltraumbezogener Daten mit EU und Nato. Bei der Bundeswehr soll eine Weltraumakademie entstehen und Teil der Ausbildung werden, zudem wurde die Entwicklung und Nutzung "von hochagilen, signalarmen Wächtersatelliten" zur Inspektion und gegebenenfalls Abwehr gegnerischer Systeme beschlossen.