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18.12.2025
18:58 Uhr
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Weniger als eine Minute vor dem Start hat Blue Origin einen Kurztrip ins All mit zwei Deutschen an Bord abgesagt. Es gab ein Problem mit "eingebauten Überprüfungen".

Kurz vor dem Start hat das Unternehmen Blue Origin den geplanten Kurzflug zweier Deutscher ins All mit einer Rakete von Amazon-Gründer Jeff Bezos abgesagt. Wie Blue Origin mitteile, hatte es "ein Problem mit unseren eingebauten Überprüfungen vor dem Flug" gegeben. Wann der Flug nachgeholt werden könne, werde nun geprüft. An Bord der Bezos-Rakete waren erstmals zwei Deutsche: der frühere Raumfahrtingenieur Hans Königsmann und die im Rollstuhl sitzende Ingenieurin der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, Michaela Benthaus. Benthaus wäre bei erfolgreichem Start der Rakete der erste Mensch gewesen, der mit Querschnittslähmung ins All geflogen wäre. An dem Kurzflug mit der Rakete "New Shepard" wollten zudem die US-Unternehmer Joey Hyde, Neal Milch, Adonis Pouroulis und Jason Stansell teilnehmen. Die sechs Teilnehmenden sollten bei dem etwa zehnminütigen und weitgehend automatisierten Flug vom Westen des US-Bundesstaates Texas aus auf eine Höhe von rund 100 Kilometern fliegen. Der Flug beinhaltet dabei auch eine kurze Phase der Schwerelosigkeit. Das Unternehmen Blue Origin bietet seit einigen Jahren Kurzflüge für Weltraumtouristen an. Nach Unternehmensangaben wurden bislang rund ein Dutzend Flüge durchgeführt, mit insgesamt rund 80 zahlungskräftigen Passagieren. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem die Musikerin Katy Perry sowie der Schauspieler William Shatner. Am ersten bemannten Flug im Jahr 2021 nahm auch Firmengründer Jeff Bezos teil. Konkrete Angaben zu den Ticketpreisen macht das Unternehmen nicht. Kritik gibt es vor allem am geringen wissenschaftlichen Ertrag der Flüge und ihren schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Kritiker bezeichnen die Reisen als unnötigen Weltraumtourismus für Superreiche.