Zeit 24.02.2026
15:03 Uhr

Wehrdienstreform: Junge Menschen zeigen offenbar wenig Interesse an neuem Wehrdienst


Seit Jahresbeginn gilt die neue Wehrdienstreform. Die Rücklaufquote der Fragebögen ist laut einem Bericht niedrig – vor allem junge Frauen antworten so gut wie gar nicht.

Wehrdienstreform: Junge Menschen zeigen offenbar wenig Interesse an neuem Wehrdienst
Nur rund die Hälfte aller 18-jährigen Männer in Deutschland haben den verpflichtenden Fragebogen zur Wehrpflicht bislang beantwortet und zurückgeschickt. Darüber berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland unter Berufung auf Koalitionskreise. Junge Männer müssen den Fragebogen ausfüllen , junge Frauen nicht. Ihre Antwortquote war mit sechs Prozent noch deutlich geringer. Der Geburtsjahrgang 2008 mit 700.000 Frauen und Männern erhält seit Jahresbeginn einen QR-Code per Brief, der zum Fragebogen führt . Wer geeignet erscheint und sich bereit erklärt, wird zur Musterung eingeladen. Ab 2027 sollen alle jungen Männer gemustert werden. Noch ist der Wehrdienst aber freiwillig. Wie hoch der Anteil derer ist, die zu einem Dienst in der Bundeswehr bereit wären, geht aus den Zahlen nicht hervor. Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Anschreiben würden erst seit wenigen Wochen versendet. Ab Zustellung hätten die angeschriebenen Männer einen Monat Zeit zum Beantworten des Fragebogens. Die ersten Erhebungen könnten "schon allein durch den sukzessiven Versand der Anschreiben und der dargestellten Zeitlinien und Fristen noch keine repräsentativen Ergebnisse noch Prognosen liefern". Erst im Laufe des Jahres können genauere Aussagen getroffen werden. Bislang sind dem Verteidigungsministerium zufolge insgesamt über 77.000 Anschreiben versendet worden. Bedarfswehrpflicht könnte kommen Ziel ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Das Gesetz über den freiwilligen Wehrdienst definiert dabei für jedes Jahr bis 2035 einen Zielkorridor. Es lässt allerdings offen, wann überprüft wird, ob diese Wegmarken auch erreicht worden sind. Für diesen Fall könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen. Sie soll dann die Personallücke schließen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, auch künftig auf eine allgemeine Wehrpflicht verzichten zu können. Viele Expertinnen und Experten sowie Verteidigungspolitiker in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezweifeln das.