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27.11.2025
17:04 Uhr
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Ab 2026 sollen sich 18- und 19-Jährige in Frankreich freiwillig zum Wehrdienst melden können. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht lehnt Emmanuel Macron weiterhin ab.

In Frankreich soll ab Sommer 2026 ein neuer Freiwilligen-Wehrdienst eingeführt werden. Wie Präsident Emmanuel Macron mitteilte, richtet sich die Initiative an 18- und 19-Jährige. Nach Berichten französischer Medien soll der Wehrdienst zehn Monate dauern und mit mehreren hundert Euro vergütet werden. Die Freiwilligen sollen demnach ausschließlich auf französischem Territorium eingesetzt werden. Frankreichs Regierung hatte die Wehrpflicht unter dem damaligen Präsidenten Jacques Chirac im Jahr 1997 faktisch abgeschafft. Laut Gesetzestext wurde diese jedoch nur vorläufig ausgesetzt und könnte jederzeit wieder eingeführt werden, sollte es die Lage erfordern. Im Jahr 2001 wurden die letzten Wehrpflichtigen aus der Armee entlassen. Seit 2002 müssen sich französische Jungen und Mädchen mit 16 Jahren registrieren lassen und mit 18 Jahren einen sogenannten "Tag der Verteidigung" absolvieren. Seit 2010 gibt es eine Art Zivildienst für 16- bis 25-Jährige, der zwischen sechs und zwölf Monaten dauert. Schon während seines ersten Präsidentschaftswahlkampfs hatte Macron die Einführung eines nationalen Pflichtdienstes in Aussicht gestellt. Eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht schloss Frankreichs Präsident jedoch aus. Allerdings beauftragte er die Regierung und die Armee bereits im Januar, Vorschläge zu unterbreiten, wie mehr junge Freiwillige mobilisiert werden können. Die französischen Streitkräfte umfassen derzeit etwa 200.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 47.000 Reservistinnen und Reservisten. Deutschland setzt zunächst auf Freiwilligkeit beim Wehrdienst Auch in Deutschland haben sich die Regierungsparteien von Union und SPD kürzlich auf eine Reform des Wehrdienstes geeinigt. Sie setzt dabei zunächst auf Freiwilligkeit . Es kann aber auch eine Wehrpflicht greifen, wenn sich nicht genügend Rekruten finden. Ziel ist eine personelle Stärkung der Bundeswehr. In beiden Ländern ist die Wehrdienstreform eine Reaktion auf die verschärfte Sicherheitslage im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie auf das Bestreben Europas, von dem wichtigsten militärischen Bündnispartner USA unabhängiger zu werden.