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19.02.2026
06:50 Uhr
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Die Bürgermeisterin von Washington, D. C. hat nach einem Leck in einer Abwasserleitung den Notstand ausgerufen. In der Katastrophenlage hofft sie auf Hilfe der Regierung.

Wochen nach Bekanntwerden eines Lecks an einer Abwasserleitung hat die Bürgermeisterin der US-Hauptstadt Washington, D. C., Muriel Bowser, den Notstand ausgerufen und die US-Regierung um Hilfe gebeten. Sie forderte Präsident Donald Trump zudem auf, den Katastrophennotstand auszurufen. Durch diesen Status können örtliche Behörden Zugang zu Bundesmitteln beantragen und Kosten vom Bund erstattet bekommen. Bowser hofft, die Kosten etwa für Einsatzkräfte und Reparaturen vollständig auf den Bund umlegen zu können. Mitte Januar war im angrenzenden Bundesstaat Maryland eine Leitung gebrochen, tagelang strömte Abwasser ungefiltert in den Potomac River. Dabei gelangten nach Angaben des Wasserversorgers umgerechnet mehr als 757 Millionen Liter Schmutzwasser in den Fluss. Erst seit dem 9. Februar fließt demnach kein Abwasser mehr in den Potomac, doch die Reparaturarbeiten dürften noch vier bis sechs Wochen andauern, hieß es. Das Trinkwasser sei nicht von dem Vorfall betroffen. Umgehungsleitung soll Schaden begrenzen Die Pipeline transportiert normalerweise täglich rund 230 Millionen Liter Abwasser aus Gebieten rund um den Hauptstadtflughafen Dulles in eine Anlage. Dort wird das Wasser dann geklärt. Am 24. Januar sei als Gegenmaßnahme zu dem Leck eine Umgehungsleitung in Betrieb genommen worden, teilte der Wasserversorger mit, der täglich Updates zur Situation veröffentlicht. Eine Umweltorganisation warnte vor fäkal bedingten Bakterien und Krankheitserregern im Fluss. Der US-Präsident hatte sich vor ein paar Tagen eingeschaltet und die Behörden der benachbarten Bundesstaaten Maryland, Virginia und des Bundesbezirks District of Columbia zum "sofortigen Handeln" aufgefordert. Sollten diese nicht in der Lage sein, das Problem in den Griff zu bekommen, müssten sie Trump "höflich um Hilfe bitten". Trump, der sich sonst selten mit Themen wie Umwelt oder Klimaschutz beschäftigt, sprach von einer "massiven ökologischen Katastrophe". Die Schuld gab er den in der Region regierenden Demokraten und Marylands Gouverneur Wes Moore. Trump kritisierte "Missmanagement".