Zeit 25.01.2026
09:05 Uhr

Wahl in Myanmar: Letzte Runde der Parlamentswahl in Myanmar hat begonnen


Erstmals seit dem Militärputsch in Myanmar 2021 wird in dem südostasiatischen Land wieder gewählt. Die Junta sicherte sich ihre Macht aber bereits vorab.

Wahl in Myanmar: Letzte Runde der Parlamentswahl in Myanmar hat begonnen
In Myanmar hat die letzte Runde der dreistufigen Parlamentswahl begonnen. Es handelt sich um die erste Parlamentswahl seit dem Militärputsch in dem südostasiatischen Land vor fünf Jahren. Die Opposition gilt als chancenlos. 25 Prozent der Sitze in beiden Kammern des nationalen Parlaments sind für das Militär reserviert, was ihm und seinen Verbündeten die Kontrolle über die Legislative garantiert. Militärchef Min Aung Hlaing gilt als Favorit für das Präsidentenamt, sobald das neue Parlament zusammentritt. Kritiker bezeichnen die Wahl als Versuch, die Macht des Militärs nach dem von Min Aung Hlaing angeführten Sturz der Regierung Suu Kyis im Jahr 2021 zu legitimieren. Die Machtübernahme des Militärs löste landesweiten Widerstand aus und führte zu einem Bürgerkrieg. In vielen der Gebiete, in denen gewählt wurde, hatte es in den vergangenen Monaten Ausschreitungen gegeben. Opposition rief zum Wahlboykott auf Wegen der Unruhen ließ die Militärregierung Wahlen an einigen Orten gar nicht erst zu – auch deshalb gilt die Wahl als weder frei noch fair. Die Opposition rief zum Wahlboykott auf. Ein neues Wahlschutzgesetz sieht zudem harte Strafen für die meisten Formen öffentlicher Kritik an den Wahlen vor. Zuletzt klagten die Behörden mehr als 400 Menschen wegen Flugblattaktionen oder Online-Beiträgen an. Völkermordvorwürfe gegen Myanmar Das myanmarische Militär steht auch aus anderen Gründen in der Kritik. Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) begann zuletzt ein Prozess gegen Myanmar . Der Militärführung wird vorgeworfen, einen Völkermord an der muslimischen Minderheit der Rohingya verübt zu haben. 2017 hatten Myanmars Streitkräfte eine Militäroffensive gestartet, durch die mindestens 730.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch fliehen mussten. Viele Flüchtlinge berichteten von schweren Menschenrechtsverletzungen wie Tötungen, Massenvergewaltigungen und Brandstiftung. Eine UN-Kommission kam bei Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Militäroffensive "völkermörderische Handlungen" beinhaltete.