Zeit 28.02.2026
02:57 Uhr

Waffenregister: Anzahl Kleiner Waffenscheine ist 2025 weiter gestiegen


Über 900.000 Kleine Waffenscheine gab es Ende 2025 in Deutschland – ein Rekordwert. Sie befähigen zur Nutzung bestimmter Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen.

Waffenregister: Anzahl Kleiner Waffenscheine ist 2025 weiter gestiegen
Die Zahl sogenannter Kleiner Waffenscheine in Deutschland ist weiter gestiegen. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren im Nationalen Waffenregister 906.141 Bescheinigungen der Art gespeichert, wie das Bundesverwaltungsamt der Rheinischen Post mitteilte. Dies sei ein Höchstwert. Ende 2021 lag die Zahl der gespeicherten Kleinen Waffenscheine demnach bei 740.038 – ein Anstieg um gut 22 Prozent in fünf Jahren. Der Kleine Waffenschein erlaubt es Inhabern, bestimmte Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit bei sich zu führen. Allerdings darf die Waffe nur verdeckt mitgeführt werden, ein sichtbares Tragen ist nicht erlaubt. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen ist das Tragen nicht erlaubt. Um die Erlaubnis zu erhalten, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und seine persönliche Eignung sowie Zuverlässigkeit nachweisen. So darf man etwa nicht vorbestraft sein. Laut Bundesverwaltungsamt ist die Benutzung der Waffen außerhalb von Schießständen und des eigenen Grundstücks verboten – sie dürfen nur bei Notwehr oder Notstand benutzt werden. Bürger fühlen sich unsicherer Die Zahl der Kleinen Waffenscheine ist kontinuierlich gestiegen. Das Bundesverwaltungsamt beziffert sie laut der Rheinischen Post Ende 2022 auf 781.186, 2023 auf 833.870 und Ende 2024 auf 871.838 Waffenscheine. Über die Gründe für die Zunahme wird nur gemutmaßt. Die höhere Nachfrage nach solchen Waffen deute auf ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis der Bürger hin, heißt es teils in Innenministerien der Länder. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sah in der Zunahme ein Indiz für die zunehmende Angst der Bevölkerung , dass der Staat ihren Schutz nicht mehr gewährleisten könne. Polizei sieht Anscheinswaffen kritisch Sicherheitsbehörden und die Gewerkschaft der Polizei sehen die Entwicklung mit Sorge. Die GdP warnt, dass es sich nur um eine scheinbare Sicherheit handele und solche Anscheinswaffen eher gefährlich seien. Die größte Gefahr bestehe darin, dass Schreckschusswaffen äußerlich meist baugleich mit scharfen Schusswaffen seien, was die Arbeit der Polizei enorm erschwere. Aus polizeilicher Sicht könnten Waffen zur Selbstverteidigung zudem oft gegen denjenigen eingesetzt werden, der sich schützen möchte. In Konfliktsituationen könnten sie zu einer Gewalteskalation führen. Zudem können diese Waffen bei unsachgemäßem Gebrauch oder aus nächster Nähe Verletzungen verursachen.