Zeit 06.10.2026
03:13 Uhr

Vorzeitige Rente: Abschläge bei vorzeitiger Rente steigen schnell


Wer vor dem Regelalter in Rente geht, bekommt einen festen Prozentsatz abgezogen. In Euro hat sich dieser Abschlag aber binnen fünf Jahren um 57 Prozent vergrößert.

Vorzeitige Rente: Abschläge bei vorzeitiger Rente steigen schnell
Um vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, nehmen die Deutschen eine immer stärker gekürzte Rente in Kauf. Im Durchschnitt zog die Rentenkasse im vergangenen Jahr 162 Euro im Monat für vorgezogene Altersrenten ab – 2020 waren es im Schnitt noch 103 Euro gewesen. Das entspricht einem Anstieg der Abschläge um gut 57 Prozent. Dies geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Wer ab einem bestimmten Alter vorzeitig in den Ruhestand gehen möchte, dem werden für jeden vorgezogenen Monat 0,3 Prozent der eigentlichen Altersrente abgezogen. Diese Rentenabschläge rechnen die Behörden individuell aus, der Prozentsatz bleibt über die Jahre konstant. Wer früher in Rente geht, verpasst aber die jährlichen Rentenerhöhungen. Dadurch steigt der durchschnittliche Eurobetrag, auf den diese Rentner am Ende verzichten müssen. Frühzeitige Rente vor allem nach 35 Versicherungsjahren Immer mehr Menschen steigen aus dem Berufsleben aus, bevor sie das Regelalter erreicht haben. Den Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zufolge stieg der Anteil derjenigen, die Renten mit Abschlägen beziehen, zwischen 2020 und 2025 von 23,4 Prozent auf 30,4 Prozent an allen Altersrenten. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen, die nach 35 Versicherungsjahren mit Abschlägen in den Ruhestand gehen. Auch Menschen mit schweren Behinderungen zählen in der Statistik zu den vorgezogenen Altersrenten. Die rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sarah Vollath, sieht die Zahlen als Beleg für ihre Kritik an Reformplänen der Bundesregierung . »Viele Menschen sind dazu bereit, hohe Abschläge in Kauf zu nehmen, weil sie nicht bis zur Regelaltersgrenze durchhalten«, sagte sie dem RND . Die angekündigte Anhebung der Regelaltersgrenze werde die Lage verschärfen und könne noch mehr Menschen dazu zwingen, in Zukunft mit Abschlägen in Rente zu gehen. Außerdem wolle die Regierung die Möglichkeit streichen, nach 45 Versicherungsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu wechseln. Die Reformpläne der Regierung gingen an der Realität vorbei, sagte die Linkenpolitikerin.