Zeit 26.05.2026
15:11 Uhr

Vorwurf der häuslichen Gewalt: Staatsanwaltschaft Potsdam leitet Ermittlungsverfahren gegen Ulmen ein


Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen Christian Ulmen wegen Körperverletzung. Die Vorwürfe der »digitalen Gewalt« würden weiterhin geprüft.

Vorwurf der häuslichen Gewalt: Staatsanwaltschaft Potsdam leitet Ermittlungsverfahren gegen Ulmen ein
Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Moderator und Schauspieler Christian Ulmen eingeleitet. Es gehe um den Vorwurf der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der ZEIT. Zuerst hatten die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) und der Spiegel berichtet. Die Ermittlungen beziehen sich demnach auf die von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Ulmen. Sie hatte Klage eingereicht. Konkret gehe es um mehrere Vorfälle, die sich in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft der ZEIT. Eine erste Prüfung habe einen Anfangsverdacht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt begründet. Die Vorwürfe der »digitalen Gewalt« würden weiterhin geprüft, dazu sei noch kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Zuvor hatte der Fall bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gelegen. Ulmen selbst bestreitet über seine Anwälte die Anschuldigungen seiner Ex-Frau, es gilt die Unschuldsvermutung. Vorwürfe »digitaler« und häuslicher Gewalt Fernandes hatte Ulmen im Spiegel und auf Instagram unter anderem vorgeworfen, unter ihrem Namen Fakeprofile auf Onlineplattformen erstellt zu haben. Über diese Profile sollen Männer kontaktiert worden sein. Diese hätten auch Nacktfotos und Sexvideos geschickt bekommen, die den Eindruck erwecken sollten, sie zeigten Fernandes. Fernandes zufolge gestand Ulmen ihr, für diese Taten verantwortlich zu sein, als sie eine Anzeige gegen unbekannt erstattete. Fernandes erhob zudem Vorwürfe häuslicher Gewalt, die sich in einem gemeinsamen Wohnsitz in Mallorca zugetragen haben soll. Ulmens Anwalt hatte die Vorwürfe direkt nach Bekanntwerden als »einseitige Darstellung falscher Tatsachen« bezeichnet und rechtliche Schritte gegen den Spiegel angekündigt. Das Landgericht Hamburg befand die Berichterstattung des Spiegel über die Vorwürfe von Fernandes jedoch weitgehend als rechtens . Ulmens Anwalt kündigte eine Beschwerde dagegen an. Verfahren in Spanien und Deutschland Um den Ort der Verhandlung über die Vorwürfe von Fernandes gegen Ulmen gibt es bereits seit Längerem Diskussionen. Fernandes hatte nicht nur Ende 2025 im spanischen Palma Strafanzeige gegen Ulmen erstattet, sondern bereits 2024 wegen desselben Sachverhalts in Itzehoe gegen Unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte Mitte April die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Itzehoe übernommen . Hintergrund war laut der Behörde, dass Fernandes in Potsdam zeitweise ihren Wohnort hatte. Fernandes und Ulmen hatten vor ihrem Umzug 2023 nach Mallorca in Potsdam gewohnt. Die dortige Staatsanwaltschaft prüfte demnach die Akten der Staatsanwaltschaft Itzehoe darauf, ob sich ein Anfangsverdacht begründen lasse. Zuletzt hatte zudem der spanische Rechtsanwalt von Fernandes nach eigenen Angaben Berufung gegen die Verweisung des Verfahrens nach Deutschland eingelegt . Das bis dahin den Fall prüfende Gericht auf Mallorca hatte zuvor entschieden, das Verfahren nach Deutschland abzugeben.