Zeit 04.03.2026
14:25 Uhr

Vorsätzliche Körperverletzung: Gericht verurteilt Kinderpsychiater Winterhoff zu Bewährungsstrafe


Ein Gericht befindet Michael Winterhoff in sieben Fällen vorsätzlicher Körperverletzung für schuldig. Er wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Vorsätzliche Körperverletzung: Gericht verurteilt Kinderpsychiater Winterhoff zu Bewährungsstrafe
Das Landgericht Bonn hat den Kinderpsychiater und Sachbuchautor Michael Winterhoff wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Kammer befand den 71-Jährigen der vorsätzlichen Körperverletzung in sieben Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte für Winterhoff eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. Laut Anklage sollte er Patienten das umstrittene Medikament Pipamperon ohne medizinische Notwendigkeit verordnet und Sorgeberechtigte nicht über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt haben. Zwar habe der Angeklagte Kindern und Jugendlichen das Psychopharmakon Pipamperon zur Dauerbehandlung verordnet. Anders als von der Staatsanwaltschaft angenommen, habe er dies jedoch nicht getan, um Patienten zu schaden, urteilte die Kammer. Vielmehr habe der Angeklagte "aus seiner ureigenen ärztlichen Überzeugung und in heilender Absicht gehandelt", sagte die Richterin. Winterhoff plädierte auf Freispruch Winterhoff hatte die Anklagevorwürfe im Prozess zurückgewiesen. Seine Verteidiger plädierten auf Freispruch. Der Angeklagte habe "Nebenwirkungen des Medikaments ersichtlich vermeiden" wollen, urteilte das Gericht. Zudem habe er Einwilligungen zur Behandlung von den Sorgeberechtigten eingeholt, allerdings in der irrigen Annahme, sie ausreichend aufgeklärt zu haben.