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19.02.2026
05:15 Uhr
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Die AfD steht wegen der Anstellung von Familienmitgliedern in der Kritik. Der Bundeskanzler zeigt sich offen für eine Gesetzesänderung. Zugleich kritisiert er die Partei.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwägt als Konsequenz aus den Vorwürfen der Vetternwirtschaft gegen die AfD strengere Gesetze. "Ich würde uns eine gesetzliche Regelung gerne ersparen. Angesichts des Ausmaßes des Missbrauchs werden wir aber möglicherweise nicht darum herumkommen", sagte Merz im Gespräch mit den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR) und der Rheinpfalz . Die AfD steht in der Kritik, weil einige Abgeordnete Angehörige von anderen AfD-Abgeordneten als Mitarbeiter beschäftigen. Im Zentrum steht der Landesverband Sachsen-Anhalt. Es gibt diese Vorwürfe aber auch auf Bundesebene: So beschäftigt AfD-Chef Tino Chrupalla einer ZEIT-Recherche zufolge die Ehefrau eines Parteifreundes in seinem Büro. Im Abgeordnetengesetz ist festgelegt, dass Parlamentarier keine eigenen Verwandten, Partner oder Ex-Partner auf Kosten der Steuerzahler anstellen dürfen. Die Beschäftigung solcher Personen in anderen Abgeordnetenbüros ist nicht geregelt. Die AfD sei "geprägt von einer tief verankerten Filz- und Vetternwirtschaft", sagte Merz. Der CDU rät Merz in diesem Zusammenhang, die AfD nicht nur in der Sache hart zu stellen, "sondern sie auch als die Partei der vermeintlichen Saubermänner und Patrioten" mit ihrem tatsächlichen Verhalten zu konfrontieren. Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen Den Erfolg der AfD führt Merz auch auf ein Fehlverhalten seiner Partei zurück: "Die CDU hat zu lange zu viel Raum gelassen für die Themen, die heute von der AfD in einer völlig unzulässigen Vereinfachung beherrscht werden, zum Beispiel das Thema Migration." Die Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten mit Stimmen der CDU hält Merz für die Zukunft für "undenkbar". "Solange ich Parteivorsitzender der CDU bin, ist eine Zusammenarbeit mit dieser Partei ausgeschlossen. Ich bin nicht bereit, diese Republik und ihre Erfolgsgeschichte aufs Spiel zu setzen, nur um kurzfristig politische Mehrheiten in den Parlamenten zu haben."