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19.12.2025
11:36 Uhr
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Ines Schwerdtner bezeichnet die Musterungspflicht für junge Männer als Schritt zur Wehrpflicht durch die Hintertür. Es werde nicht genug Freiwillige geben, warnt sie.

Ines Schwerdtner, Chefin der Partei Die Linke , hat vor den Folgen der geplanten Musterungspflicht für Männer ab dem Jahrgang 2008 gewarnt. Im ARD- morgenmagazin sagte Schwerdtner: "Die verpflichtende Musterung ist der erste Schritt für eine Wehrpflicht durch die Hintertür." Es sei klar, dass sich nicht genug Freiwillige melden würden. Die Pläne der Bundesregierung wurden vom Bundestag beschlossen, müssen aber noch vom Bundesrat bestätigt werden. Die Musterungspflicht umfasst einen Fragebogen und eine Musterung. Für Frauen ist die Teilnahme freiwillig, Männer müssen sich mustern lassen, können danach aber freiwillig entscheiden, ob sie den Wehrdienst antreten wollen oder nicht. Koalition betrachtet Pflicht als mögliche Notwendigkeit Sollte die Bundeswehr auf diesem Weg ihre neuen Personalziele nicht erreichen, haben Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius betont, dass ein Pflichtdienst notwendig werden könnte. Das wird als sogenannte Bedarfspflicht bezeichnet. Dafür gibt es bisher keine Regelung, die automatisch in Kraft tritt. Stattdessen muss der Bundestag darüber entscheiden. Schwerdtner kündigte an, dass Die Linke so etwas nicht zustimmen könne. Derzeit sind rund 15.000 zusätzliche Plätze für den Freiwilligendienst vorgesehen. Die Dauer kann zwischen sechs und 23 Monate betragen. Als Anreize für mögliche Interessenten bietet der Freiwilligendienst etwa Zuschüsse für den Führerschein, wenn ein Vertrag für mindestens ein Jahr unterschrieben wird, und eine Ausbildung mit 2.600 Euro brutto im Monat.