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21.11.2025
18:25 Uhr
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Beim Endspurt der Klimakonferenz brennt das Gelände und die Verhandlungen werden hitziger. Ohne Plan für das Ende fossiler Energien wollen viele nicht nach Hause fahren.

Kurz vor dem geplanten Ende der Weltklimakonferenz geht es hoch her in Belém. Nicht nur mussten wegen eines Großbrands Verhandlungen unterbrochen werden, die wiederaufgenommenen Gespräche sind umso hitziger. Es geht um die wichtigste Ursache des Klimawandels: das Verbrennen von Kohle, Gas und Öl. "Diese COP kann nicht ohne einen Plan für den fossilen Ausstieg enden", sagte Kolumbiens Umweltministerin Irene Vélez Torres bei einer Pressekonferenz am Morgen und bekam für ihre Rede Standing Ovations. Denn im neuen Entwurf für den Abschlusstext der diesjährigen Weltklimakonferenz fehlt aus ihrer Sicht der entscheidende Passus: ein Plan, wie die Staaten den Ausstieg aus der fossilen Energie umsetzen wollen. Noch am Vortag hatte es auf der Weltklimakonferenz heftig gebrannt. Doch das Feuer ist hier schon längst nicht mehr das bestimmende Thema. Dabei war es eine symbolträchtige Szene: Mitten auf dem Konferenzgelände war ein loderndes Feuer ausgebrochen. Die Verhandlungsräume mussten evakuiert werden, für einen Nachmittag wurden die Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz unterbrochen. Das Feuer ist inzwischen gelöscht, bis auf wenige leichte Rauchvergiftungen wurde niemand verletzt. Seit dem Abend ist das Konferenzgelände wieder geöffnet und die Verhandlungen werden wieder aufgenommen. Inzwischen hat die brasilianische Präsidentschaft einen neuen Entwurf für den Abschlusstext veröffentlicht. Nur mit dem sind zahlreiche Staaten alles andere als zufrieden. Eine der wichtigsten Forderungen fehlt Denn eine zentrale Forderung der Verhandelnden fehlt in dem Dokument: eine sogenannte Roadmap – also ein Plan – wie die Staaten den fossilen Ausstieg umsetzen, den sie vor zwei Jahren in Dubai beschlossen hatten. In den vergangenen Tagen hatten sich auf der Weltklimakonferenz mehr als 80 Staaten dafür ausgesprochen, eine solche Roadmap in den Text aufzunehmen. Dass er im aktuellen Textentwurf dennoch fehlt, kritisiert nicht nur Kolumbien. Auf dessen Pressekonferenz sprachen unter anderem Vertreter aus den Niederlanden, Spanien, von den Inselstaaten und Chile. "Als Nation, die nur zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt, wissen wir, dass Klimaschutz nicht warten kann. Die Roadmap ist unausweichlich, sie wird kommen", sagt etwa die Klimabeauftragte der Marshall Islands, Tina Stege. "Wenn wir uns hier im Amazonasgebiet nicht auf das Ende der fossilen Energie einigen können – wo dann?", sagte Panamas Minister Juan Carlos Monterrey Gómez. 36 Staaten haben außerdem einen Brief unterzeichnet, in dem sie darlegen, warum sie den Abschluss der Konferenz ohne eine Roadmap für den fossilen Ausstieg nicht akzeptieren können. Auch die deutsche Delegation hat den Brief unterzeichnet. "So kann der Text nicht bleiben", sagte auch der deutsche Umweltminister Carsten Schneider. "Das werden noch harte Verhandlungen." Doch eines scheint inzwischen klar: Selbst, wenn hier in Belém keine Roadmap für den fossilen Ausstieg beschlossen werden sollte, werden die Staaten das Thema weiter vorantreiben. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will es am Wochenende beim G20-Gipfel in Südafrika thematisieren. Und Kolumbiens Ministerin hat die Staaten für April 2026 nach Kolumbien eingeladen, um dort weiter über die Roadmap zu sprechen. "Das Problem ist das Konsensprinzip", sagte Vélez Torres nach der offiziellen Pressekonferenz gegenüber Journalisten. "Denn dieser Konsens hat sich in ein Veto verwandelt. Es gibt Interessen, die die wichtigsten Entscheidungen blockieren." Noch würde sie aber daran glauben, dass sich die Staaten in den letzten Stunden der COP einigen können. Und zwar auf das Ende von Kohle, Gas und Öl.