Zeit 23.01.2026
20:05 Uhr

Vergewaltigung in der Ehe: Britischer Gerichtsprozess erinnert an Fall Pelicot


Ein Brite hat sich schuldig bekannt, seine Frau über Jahre hinweg betäubt und vergewaltigt zu haben. Fünf weitere Männer werden in dem Fall der Vergewaltigung bezichtigt.

Vergewaltigung in der Ehe: Britischer Gerichtsprozess erinnert an Fall Pelicot
In Großbritannien hat ein Mann zugegeben, über 13 Jahre hinweg seine damalige Frau immer wieder mit Drogen betäubt und vergewaltigt zu haben. Vor einem Gericht im südenglischen Winchester gestand der 49-jährige den Großteil der 56 Anklagepunkte, darunter Vergewaltigung, Voyeurismus und die Verabreichung von Betäubungsmitteln. Den Vorwurf des Besitzes von Missbrauchsdarstellungen von Kindern wies der Mann zurück. Die Taten sollen sich laut den Ermittlungsbehörden zwischen den Jahren 2010 und 2023 ereignet haben. Fünf weitere Männer im Alter zwischen 31 und 61 Jahren sind ebenfalls wegen Vergewaltigung und weiterer Sexualdelikte gegen die inzwischen geschiedene Frau angeklagt. Vier von ihnen plädierten auf nicht schuldig. Der fünfte Mann gab bislang keine Erklärung ab. Der Fall erinnert an den von Gisèle Pelicot. Die Französin war jahrelang von ihrem damaligen Ehemann Dominique Pelicot mit Medikamenten betäubt und dann von ihm sowie von weiteren Männern vergewaltigt worden, die er in Internetforen dazu eingeladen hatte. Neben Pelicot wurden 50 weitere Männer zu Haftstrafen verurteilt. Der Fall war international mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. Pelicot war im Lauf des Verfahrens zu einer Symbolfigur für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt geworden. Auch die gemeinsame Tochter Caroline Darian hat ihren Vater wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt . Recherche deckte Netzwerke auf Telegram auf Dass es sich bei dem Fall Pelicot um keinen Einzelfall handelte , hatte bereits eine Recherche des öffentlich-rechtlichen Formats STRG_F gezeigt. Das Rechercheteam hatte in einer Dokumentation Ende 2024 öffentlich gemacht, dass sich teils Tausende Nutzer in verschiedenen Telegram-Gruppen dazu austauschten, wie sie Frauen betäubten und missbrauchten. Auch hierbei schienen die mutmaßlichen Täter in den meisten Fällen aus dem engsten Umfeld der Geschädigten zu kommen. Unter den Nutzern waren auch deutsche Profile.