Zeit 13.02.2026
17:01 Uhr

Verbraucherpreise: US-Inflationsrate sinkt im Januar stärker als erwartet


Die Verbraucherpreise in den USA sind im Januar um 2,4 Prozent gestiegen – deutlich weniger als erwartet. Auswirkungen der US-Zollpolitik zeigen sich bislang kaum.

Verbraucherpreise: US-Inflationsrate sinkt im Januar stärker als erwartet
Die Inflationsrate in den USA ist nach Angaben des US-Arbeitsministeriums zu Jahresbeginn auf 2,4 Prozent zurückgegangen. Im Dezember 2025 waren die Verbraucherpreise noch um 2,7 Prozent gestiegen. Damit liegt die Teuerungsrate im Januar um 0,3 Prozentpunkte unter der des Vormonats. Volkswirte hatten einen Rückgang zwar erwartet, waren aber im Schnitt von einer etwas höheren Inflationsrate von 2,5 Prozent ausgegangen. Die Inflationsrate bezieht sich auf die Veränderung von Verbraucherpreisen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ihr Rückgang im Januar ist vor allem auf sinkende Energiepreise zurückzuführen. Während sich Dienstleistungen im Jahresvergleich überdurchschnittlich stark verteuert haben, sind die Benzinpreise um 7,5 Prozent gesunken. Fed betrachtet vor allem Kerninflation Auch im Vergleich zum Dezember 2025 ließen die Preise für Energie nach, für Heizöl mussten US-Bürgerinnen und US-Bürger im Januar etwa 5,7 Prozent weniger zahlen als zum Jahresende. Etwas teurer wurden dagegen Lebensmittel, Kleidung und Dienstleistungen. Mit Blick auf die Zwischenwahlen zum Kongress im November sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten in den USA eines der zentralen Themen der politischen Debatte. Auch die Kerninflation, also die Jahresteuerung ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel, schwächte sich ab. Sie sank ​auf 2,5 von 2,6 Prozent. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat diese Rate besonders im Blick, da sie den zugrunde liegenden Inflationstrend gut abbildet. Im Zuge der Auswirkungen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die Inflation in den USA im Juni 2022 mit 9,1 Prozent den höchsten Wert seit 40 Jahren erreicht. Seither ging sie wieder schrittweise zurück. Im vergangenen Jahr hatte die Fed den Leitzins vor diesem Hintergrund siebenmal angehoben . Mit der nachlassenden Inflation dürfte auch der Druck auf die Notenbank nachlassen. US-Zölle haben kaum Auswirkungen Angesichts der ​rückläufigen Inflation fragen sich Experten, wieso sich die US-Zollpolitik bislang nicht in den Inflationsdaten widerspiegelt . Als Beobachter sei man verwundert, sagte LBBW-Analyst Dirk Chlench. Die Verhängung und Erhöhung verschiedener US-Zölle hätten eine Verstärkung der Inflation erwarten lassen. "Den US-Unternehmen gelingt es offenbar, die Erhöhung ihrer Einstandspreise durch Produktivitätsgewinne wettzumachen", sagte Chlench. Zudem dürfte es laut dem Experten abseits des Luxussegments derzeit schwierig sein, Kostensteigerungen auf die Endverbraucher ⁠abzuwälzen. Auch Nord/LB-Experte Tobias Basse sprach davon, dass eine "beim Blick auf die Vereinigten Staaten befürchtete Inflationskatastrophe" weiterhin ausbleibe.