Zeit 27.02.2026
13:38 Uhr

Ver.di: Warnstreiks legen Nahverkehr lahm


Seit dem frühen Morgen stehen in den meisten Bundesländern Busse und Bahnen des Nahverkehrs still. Die Gewerkschaft Ver.di zeigte sich zufrieden mit dem Ausstand.

Ver.di: Warnstreiks legen Nahverkehr lahm
Warnstreiks haben den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland weitgehend zum Stillstand gebracht. In fast allen Bundesländern rief die Gewerkschaft Ver.di zum Streik auf . In vielen Städten blieben daher Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen im Depot. Am Samstag geht der Warnstreik in vielen Regionen weiter. Beim größten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den Berliner Verkehrsbetrieben, legten Mitarbeiter ab 3.00 Uhr morgens die Arbeit nieder. Für 48 Stunden sollen Busse, Tram- und U-Bahnen nicht fahren. Zum Betriebsbeginn am Sonntagmorgen soll der Verkehr wieder aufgenommen werden. Auch in Hamburg brachte der Warnstreik Busse und Bahnen weitgehend zum Stehen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe strichen alle Fahrten ihrer Busse und der Stadtbahn, ausgenommen "vereinzelte Fahrten" nicht bestreikter Subunternehmen. In Dortmund hieß es, der Nahverkehr sei weitgehend stillgelegt. Vom Ausstand betroffen sind außerdem unter anderem München , Nürnberg, Frankfurt, Leipzig, Dresden und Bremen. In den meisten Regionen dauern die Warnstreiks laut den Verdi-Ankündigungen bis in die Nacht auf Sonntag. Niedersachsen und Baden-Württemberg vorerst verschont In Niedersachsen findet zunächst kein Streik statt, ebenso wenig in Baden-Württemberg. Bis Ende März gilt in Niedersachsen eine Friedenspflicht, Arbeitskämpfe im ÖPNV sind dort bis dahin nicht möglich. In Baden-Württemberg will Ver.di erst am Montag entscheiden, ob es dort zu neuen Warnstreiks kommt. Gewerkschaftsvertreter zeigten sich zufrieden mit dem Ausstand . "Die Stimmung ist sehr gut", sagte ein Gewerkschaftssekretär in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Lösung des Tarifkonflikts noch nicht in Sicht Verdi fordert in den Tarifverhandlungen bessere Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch kürzere Wochenarbeits- und Schichtzeiten. Außerdem will die Gewerkschaft längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit durchsetzen. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Laut Ver.di kamen die Gespräche zuletzt kaum voran. Auch die Arbeitgeber beklagten fehlenden Fortschritt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kritisierten, dass die Gewerkschaft bisher nicht deutlich gemacht habe, welche Forderungen ihr am wichtigsten seien. Die Verhandlungen verlaufen regional sehr unterschiedlich. Die Warnstreiks sind die zweite großangelegte Aktion in der laufenden Tarifrunde des ÖPNV. Bereits bei der ersten Aktion am 2. Februar kam der öffentliche Personennahverkehr in großen Teilen des Landes nahezu komplett zum Erliegen.