Zeit 28.02.2026
07:06 Uhr

Ver.di: Warnstreiks im Nahverkehr dauern bundesweit an


Auch am Samstag stehen in den meisten Bundesländern Busse und Bahnen des Nahverkehrs still. Die Gewerkschaft Ver.di zeigt sich zufrieden mit dem Ausstand.

Ver.di: Warnstreiks im Nahverkehr dauern bundesweit an
Warnstreiks bringen den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in fast allen Bundesländern Deutschlands auch am Samstag weiter zum Erliegen. Die Gewerkschaft Ver.di hatte tags zuvor zum Streik aufgerufen . Busse, Trams und U-Bahnen stehen deshalb vielerorts bis auf einzelne Fahrten still. In den meisten Regionen soll der Warnstreik bis Sonntagfrüh andauern. In Niedersachsen findet zunächst kein Streik statt, ebenso wenig in Baden-Württemberg. Bis Ende März gilt in Niedersachsen eine Friedenspflicht, Arbeitskämpfe im ÖPNV sind dort bis dahin nicht möglich. In Baden-Württemberg will Ver.di erst am Montag entscheiden, ob es dort zu neuen Warnstreiks kommt. Gewerkschaftsvertreter zeigten sich zufrieden mit dem bisherigen Arbeitskampf . "Die Stimmung ist sehr gut", sagte ein Gewerkschaftssekretär in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Lösung des Tarifkonflikts noch nicht in Sicht Ver.di fordert in den Tarifverhandlungen bessere Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch kürzere Wochenarbeits- und Schichtzeiten. Außerdem will die Gewerkschaft längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit durchsetzen. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Ver.di kritisiert , dass die Gespräche zuletzt zu langsam vorangingen. Beschäftigte im Nahverkehr "brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Auch die Arbeitgeber beklagten den fehlenden Fortschritt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kritisierten, dass die Gewerkschaft bisher nicht deutlich gemacht habe, welche Forderungen ihr am wichtigsten seien. Die Verhandlungen verlaufen regional sehr unterschiedlich. Die Warnstreiks sind die zweite großangelegte Aktion in der laufenden Tarifrunde des ÖPNV. Bereits bei der ersten Aktion am 2. Februar kam der öffentliche Personennahverkehr in großen Teilen des Landes nahezu komplett zum Erliegen.