Zeit 02.02.2026
09:30 Uhr

Ver.di: Deutschlandweiter Warnstreik legt Nahverkehr lahm


Keine U-Bahn, Bus, Tram: Seit dem frühen Morgen läuft der Streik im Nahverkehr, fast alle Bundesländer sind betroffen. Ver.di erhofft sich Verhandlungsfortschritte.

Ver.di: Deutschlandweiter Warnstreik legt Nahverkehr lahm
Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) hat in großen Teilen Deutschlands begonnen. Busse, Straßen- und U-Bahnen fahren in nahezu allen 16 Bundesländern nicht, wie Ver.di mitteilte. Lediglich Niedersachsen ist den Angaben nach zunächst ausgenommen. Für die etwa 5.000 Beschäftigten dort gelte noch die Friedenspflicht. Der Arbeitskampf sei um 3 Uhr morgens wie geplant angelaufen , sagte der Berliner Ver.di-Verhandlungsführer Serat Canyurt. "Unsere Priorität ist, am Verhandlungstisch voranzukommen." Die Beteiligten könnten sich Besseres vorstellen, als bei diesem Wetter zu streiken, sagte er. Für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heißt das: Der Arbeitsweg dürfte länger dauern. Auch Schülerinnen und Schüler müssen Alternativen finden. Dazu kommt das Wetter: In einigen Regionen drohen laut den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes weiter gefrierender Regen und Straßenglätte. Die Regional- und S-Bahnen der Deutschen Bahn fahren derweil ohne Einschränkungen. "Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main und der Regional- und Fernverkehr der DB werden als Unternehmen nicht von Ver.di vertreten und sind daher von dem Streik nicht betroffen", teilte der bundeseigene Konzern mit. Ver.di beklagt hohe Belastungen im ÖPNV In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehören etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. "Wenn wir nicht für bessere Arbeitsbedingungen streiken, werden die Jobs so unattraktiv bleiben, dass, wie wir das in den letzten Jahren erlebt haben, nicht genug Menschen bereit sind, den ÖPNV zu gewährleisten. Dann gibt es auch keinen", sagte Andreas Schackert von Ver.di im ZDF- Morgenmagazin . Ein entscheidender Punkt seien die Belastungen durch die Schichtarbeit im Fahrdienst. "Wenn wir die Belastungen nicht attraktiver machen und die Jobs, dann werden wir auf Dauer die Menschen, die wir da jetzt suchen und finden, auch nicht halten können", sagte Schackert weiter. Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich im Betrieb anzukommen , sie tragen das sogenannte Wegerisiko. Das gilt bei Streik genauso wie etwa bei Schnee und Glätte. Heißt: Auch wenn Busse und Bahnen nicht fahren, dürfen Angestellte nicht einfach zu spät kommen. Darauf macht Volker Görzel vom Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte aufmerksam. Lesen Sie hier alle Einzelheiten über den Streik .