Zeit 10.12.2025
08:29 Uhr

Venezuela: Friedensnobelpreisträgerin Machado kommt nicht zur Preisverleihung


Eigentlich sollte die Venezolanerin Machado in Oslo ausgezeichnet werden. Nach Drohungen hält sich die Oppositionelle versteckt und nimmt nicht an der Verleihung teil.

Venezuela: Friedensnobelpreisträgerin Machado kommt nicht zur Preisverleihung
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado wird nach Drohungen der autoritären Führung ihres Landes nicht an der diesjährigen Preisverleihung in Oslo teilnehmen. Sie sei nicht in Norwegen und werde bei der Zeremonie nicht auf der Bühne stehen, sagte der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Kristian Berg Harpviken, dem norwegischen Rundfunksender NRK. Stattdessen werde ihre Tochter den Nobelpreis in Empfang nehmen und auch eine Rede halten, die ihre Mutter geschrieben habe. Die venezolanische Oppositionsführerin unterliegt seit einem Jahrzehnt einem Reiseverbot, das von den Behörden verhängt wurde. Machado hält sich seit mehr als einem Jahr versteckt. Venezuela drohte Machado bei Reise zur Preisverleihung Eigentlich hätte Machado den Preis in Anwesenheit des norwegischen Königs Harald, der norwegischen Königin Sonja und lateinamerikanischer Staatschefs, darunter der argentinische Präsident Javier Milei und der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa, entgegennehmen sollen. Das norwegische Nationalkomitee hatte sie nach Oslo eingeladen, wo der Preis traditionell am 10. Dezember verliehen wird. Zuvor hatte die venezolanische Staatsanwaltschaft bereits angekündigt, Machado als "flüchtig" zu betrachten , sollte sie an der Preisverleihung teilnehmen. Machado wurde im Oktober für ihren Einsatz für ein demokratisches Venezuela mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Komitee sprach ihr den Preis "für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie" zu. Die 58-Jährige widmete die Auszeichnung daraufhin "dem leidenden Volk Venezuelas" sowie US-Präsident Donald Trump für seine Unterstützung der venezolanischen Opposition. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro bezeichnete sie danach indirekt als "dämonische Hexe". Machados Namen nimmt Maduro für gewöhnlich nicht in den Mund.