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22.01.2026
08:06 Uhr
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Die venezolanische Übergangspräsidentin Rodríguez soll demnächst in die USA reisen. Nach der Entführung ihres Vorgängers Nicolás Maduro hofft sie auf Zusammenarbeit.

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hofft nach eigenen Angaben auf mehr Zusammenarbeit mit den USA. "Wir befinden uns in einem Dialogprozess, in einem Prozess der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten", sagte Rodríguez. Dies geschehe "ohne Angst zu haben, uns unseren Differenzen und Schwierigkeiten zu stellen". Sie wolle das "auf diplomatischem Wege" angehen. Zuvor hatte ein US-Regierungsvertreter angekündigt, die neue Staatschefin Venezuelas werde demnächst zu einem US-Besuch erwartet. Ein Datum stehe noch nicht fest. Der Besuch sei ein weiteres Zeichen für die Bereitschaft von US-Präsident Donald Trump, mit der neuen venezolanischen Führung zusammenzuarbeiten. Die venezolanische Seite bestätigte die geplante US-Reise vorerst nicht. Maduro in New York vor Gericht Abzüglich der Teilnahmen von venezolanischen Staatschefs an UN-Sitzungen in New York wäre Rodríguez das erste Staatsoberhaupt Venezuelas seit mehr als 25 Jahren, das die USA besucht. Die bisherige Stellvertreterin von Nicolás Maduro löste ihn ab, nachdem ein US-Kommando ihn Anfang des Jahres gefangen nahm und in die USA entführte . Dort steht er derzeit wegen Vorwürfen des Drogenhandels vor Gericht in New York. Rodríguez galt als Stütze von Maduros Regime. Dennoch erklärte Trump seine Unterstützung für die Übergangspräsidentin, die kurz nach Amtsantritt Zugeständnisse gegenüber den USA machte. So erlaubte sie den USA, venezolanisches Öl zu verkaufen, erleichterte ausländische Investitionen und ließ mehrere politische Gefangene frei. USA bevorzugen Rodríguez gegenüber der Opposition Von der demokratischen Opposition des Landes, deren Wahlniederlage 2024 die USA unter Vorwürfen des Wahlbetrugs gegen das Maduro-Regime nicht anerkannten, wird Rodríguez hingegen nicht unterstützt. Trump kündigte allerdings kurz nach der Entführung Maduros an, mit Rodríguez und nicht den Oppositionsführern zusammenarbeiten zu wollen – trotz eines kürzlichen Treffens mit der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado , deren Bewegung den mutmaßlichen Wahlsieger von 2024, Edmundo González, unterstützt. Zuletzt gab Machado an, selbst Präsidentin werden zu wollen, "wenn die Zeit reif ist". Rodríguez wird hingegen in ihrer Heimat von hochrangigen Persönlichkeiten des Maduro-Regimes unterstützt. Ihnen gegenüber könnte ein US-Besuch schwer zu vermitteln sein. Beobachtern zufolge ist es nicht sicher, dass einflussreiche Politiker wie etwa Innenminister Diosdado Cabello und Verteidigungsminister Vladimir Padrino López sich hinter Rodríguez' Umgang mit der US-Regierung stellen. So dementierte Cabello am Mittwoch Berichte, er habe sich vor Maduros Entführung mit US-Vertretern getroffen. Auch Rodríguez hatte kurz nach Amtsantritt noch angekündigt, nach dem US-Angriff auf ihr Land Widerstand leisten zu wollen. Nachdem Trump neue Angriffe angedroht hatte, wechselte sie jedoch die Rhetorik. Zahlreiche US-Kriegsschiffe sind weiterhin vor der Küste Venezuelas stationiert.