Zeit 03.01.2026
21:17 Uhr

Venezuela: Bundeskanzler Merz wirft entmachtetem Maduro verderbliche Politik vor


Friedrich Merz will sich für die rechtliche Einordnung der Entmachtung Maduros Zeit nehmen. Kritik am Militäreinsatz der USA übt er nicht, warnt aber vor Instabilität.

Venezuela: Bundeskanzler Merz wirft entmachtetem Maduro verderbliche Politik vor
Nach der Entmachtung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gesagt, der Linksnationalist habe "sein Land ins Verderben geführt". Mit "unseligen Allianzen weltweit und durch die Verstrickung Venezuelas in das Drogengeschäft" habe Maduro "eine problematische Rolle" gespielt, sagte Merz. "Die letzte Wahl wurde gefälscht. Die Präsidentschaft haben wir – wie viele andere Staaten auf der Welt – daher nicht anerkannt." Für die "komplexe" rechtliche Einordnung des US-Militäreinsatzes will sich Merz Zeit nehmen. Grundsätzlich müssten "im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten", sagte Merz. In Venezuela dürfe nun keine politische Instabilität entstehen. Der CDU-Politiker forderte einen "geordneten Übergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung". Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, warnte hingegen vor schwerwiegenden Folgen des US-Eingriffs: "Der heutige Tag ist brandgefährlich für die internationale Ordnung, weil es eine Verschiebung dieser Ordnung ist, wie wir sie kennen, die bislang auf Regeln und Recht basierte", sagte Ahmetovic dem Fernsehsender Phoenix. SPD-Politiker kritisiert US-Militäreinsatz Es müsse nun alles dafür getan werden, dass es weltweit nicht zu Nachahmungen komme, sagte Ahmetovic. Es dürfe nicht sein, dass der russische Präsident Wladimir Putin für seinen völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine kritisiert werde, "und heute überfällt Donald Trump Venezuela ohne UN-Mandat", sagte der Sozialdemokrat. Er fügte hinzu: "Ich glaube, gerade reibt sich Peking die Hände, wenn es um die Frage Taiwans geht." China betrachtet das demokratische Taiwan als sein Staatsgebiet. Die Volksrepublik will Taiwan in ihr Staatsgebiet integrieren – notfalls mit militärischer Gewalt. In der Nacht zum Samstag hatte das US-Militär bei einem großangelegten Angriff Ziele in Venezuela attackiert . Dabei nahmen die Einsatzkräfte Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen. Das Paar befindet sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf einem Kriegsschiff, welches nach New York fährt. Dort sollen Maduro und Flores wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" vor Gericht gestellt werden. Bis auf Weiteres wollen die USA die Regierungsgeschäfte in Venezuela übernehmen , kündigte Trump während einer Pressekonferenz in seinem privaten Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida an. Alle weiteren Entwicklungen verfolgen Sie in unserem Liveblog.