Zeit 18.12.2025
20:48 Uhr

Venezuela: Brasilien und Mexiko bieten Vermittlung zwischen USA und Venezuela an


Im US-Venezuala-Konflikt wollen Brasilien und Mexiko eine militärische Eskalation verhindern. Zuvor hatte Russland die US-Regierung zur "Deeskalation" aufgerufen.

Venezuela: Brasilien und Mexiko bieten Vermittlung zwischen USA und Venezuela an
Angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Venezuela haben Brasilien und Mexiko ihren Einsatz als Vermittler angeboten. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sagte, er sei "sehr besorgt" über die Entwicklungen in der Region. Deshalb habe er US-Präsident Donald Trump angeboten, zwischen der US-Regierung und der venezolanischen Regierung in Caracas zu vermitteln, "um einen bewaffneten Konflikt hier in Lateinamerika zu verhindern". In dem Gespräch habe Lula gegenüber Trump dann gesagt, dass der Konflikt mit Venezuela "mit Waffengewalt nicht zu lösen" sei, wie der linke brasilianische Präsident gegenüber Journalisten mitteilte. "Es ist besser, sich an einen Tisch zu setzen und miteinander zu reden", sagte Lula. Bereits vor dem Gespräch mit Trump hatte Lula gegenüber Journalisten in der Hauptstadt Brasília gesagt, er habe nach anfänglichen Differenzen eine gute Beziehung zu Trump aufbauen können. "Trump ist mein Freund geworden, ein bisschen Small Talk. Zwei Männer im Alter von 80 Jahren haben keinen Grund zu streiten". Mexikos Präsidentin fordert Eingreifen der UN Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bot an, in dem Konflikt zu vermitteln. "Wir werden gemeinsam mit allen Ländern in Lateinamerika oder auf anderen Kontinenten nach einer friedlichen Lösung suchen, damit es nicht zu einer US-Intervention kommt", sagte sie. Sheinbaum hatte zuvor vor einem "Blutvergießen" gewarnt und ein Eingreifen der UNO gefordert. Die Vereinten Nationen seien in dem Konflikt bisher "auffällig abwesend", sagte die mexikanische Staatschefin. Dabei sei es ihre Aufgabe, "Blutvergießen zu verhindern und sich immer um eine friedliche Beilegung von Konflikten zu bemühen". Am kommenden Dienstag soll der UN-Sicherheitsrat nach Angaben aus Diplomatenkreisen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Anlass ist ein entsprechender Antrag der venezolanischen Regierung, die mit Unterstützung Chinas und Russlands wegen der aus ihrer Sicht zunehmenden US-Aggression gegen Venezuela den Sicherheitsrat eingeschaltet hat. China und Russland sind im Gespräch mit Venezuela Russland hatte die US-Regierung zuletzt dazu aufgerufen, sich gegenüber Venezuela zurückzuhalten. Es sei zu hoffen, dass die US-Regierung keinen "fatalen Fehler" begehen werde und "darauf verzichtet, weiter in eine Situation zu rutschen, die unvorhersehbare Folgen für die gesamte westliche Hemisphäre" haben könnte, teilte das russische Außenministerium mit. Es rief Washington zur "Deeskalation" auf und bekräftigte seine Unterstützung für Maduros Regierung. "Natürlich rufen wir alle Länder in der Region zur Zurückhaltung auf, um jegliche unvorhersehbare Entwicklung in der Situation zu verhindern", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Am Mittwoch sprach auch der chinesische Außenminister Wang Ji per Telefon mit dem venezolanischen Außenminister Yvan Gil. "China lehnt jegliche Form einseitiger Schikane ab und unterstützt alle Länder bei der Verteidigung ihrer Souveränität und nationalen Würde", teilte das Außenministerium in Peking infolge des Gesprächs mit. Venezuela habe "das Recht, eigenständig eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit mit anderen Ländern aufzubauen". China ist Hauptabnehmer venezolanischen Öls. Die USA hatten in der vergangenen Wochen den wirtschaftlichen und militärischen Druck auf die linksnationalistische venezolanische Regierung unter Präsident Nicolás Maduro erhöht. Seit September griff die US-Armee in der Karibik und im Ostpazifik mehrfach Boote an und tötete dabei mehr als 90 Menschen. Außerdem stationierte die US-Regierung Kriegsschiffe vor der venezolanischen Küste und beschlagnahmten einen Öltanker . Gegen "sanktionierte" Öltanker an, die Venezuela anlaufen oder verlassen, ordnete US-Präsident Trump eine Seeblockade an. Trump begründet diese Schritte mit dem Vorwurf, Maduro setze gezielt Drogenschmuggler gegen die USA ein. Kritiker halten die US-Militäraktionen dagegen für völkerrechtswidrig. Maduro sieht im Vorgehen der US-Regierung den Versuch, ihn zu stürzen und venezolanische Ölressourcen zu kontrollieren.