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28.01.2026
06:45 Uhr
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Die USA hätten damit begonnen, eingefrorenes venezolanisches Vermögen freizugeben, sagt Delcy Rodríguez. Bald könnten auch Sanktionen gelockert werden.

Die USA haben laut Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez mit der Freigabe eingefrorener venezolanischer Vermögenswerte begonnen. Das Geld soll in medizinische Ausrüstung investiert werden, "die wir in den USA und anderen Ländern erwerben", sagte Rodríguez in einer Ansprache im venezolanischen Staatsfernsehen. Um wie viel Geld es sich handele, sagte sie nicht. Die Vermögenswerte waren durch die seit 2019 geltenden Sanktionen gegen Venezuela eingefroren worden. Nach der Absetzung des langjährigen Diktators Nicolás Maduro durch die USA Anfang Januar hat sich die venezolanische Regierung dazu bereiterklärt, auf Forderungen der USA einzugehen. So unterstützt Rodríguez beispielsweise eine Öffnung des Ölsektors für ausländische Investoren , kündigte Gespräche mit der Opposition an und ließ politische Gefangene frei . Solange Rodríguez tut, was die Regierung Donald Trumps verlangt, will diese mit Venezuela zusammenarbeiten. Man habe zwischen Caracas und Washington "Kommunikationskanäle eingerichtet, die von Respekt und Höflichkeit geprägt sind", sagte Rodríguez in ihrer Ansprache. Gemeinsam mit US-Außenminister Marco Rubio werde eine "Arbeitsagenda" aufgestellt. Rubio plant offenbar an diesem Mittwoch vor dem Kongressausschuss für auswärtige Beziehungen die Natur der Beziehungen zwischen beiden Staaten noch einmal deutlich zu machen. "Wir sind bereit, Gewalt einzusetzen, um maximale Zusammenarbeit sicherzustellen, wenn andere Methoden scheitern", wird Rubio laut einer vorbereiteten Erklärung sagen. Auch Sanktionen gegen Energiesektor sollen offenbar gelockert werden Insidern zufolge wollen die USA demnächst die Sanktionen gegen den venezolanischen Energiesektor mit einer allgemeinen Lizenz lockern. Ursprünglich war die Idee der US-Regierung, einzelnen Unternehmen Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. Die hohe Zahl der Einzelanträge habe jedoch die Pläne für eine rasche Ausweitung der Exporte und Investitionen verzögert. Eine Lockerung der Sanktionen soll ein Öllieferabkommen im Wert von zwei Milliarden Dollar sowie einen Wiederaufbauplan für die Ölindustrie des Landes im Umfang von 100 Milliarden Dollar ermöglichen. Bei den US-Geheimdiensten scheint es jedoch Zweifel zu geben, ob Rodríguez bereit ist, auf einem anderen Gebiet den Wünschen der US-Regierung nachzukommen. So berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass die Übergangspräsidentin möglicherweise nicht bereit sei, die offiziellen Beziehungen zu Verbündeten wie China , Russland oder dem Iran abzubrechen. Die USA wollen beispielsweise, dass Venezuela die Diplomaten aus diesen Ländern ausweist. Bisher ist das nicht geschehen.