Zeit 25.11.2025
16:55 Uhr

Vatikan: Latein ist nicht mehr als erste Amtssprache im Vatikan vorgeschrieben


Im katholischen Kirchenstaat Vatikan wurde über Jahrhunderte hinweg Latein als erste offizielle Sprache genutzt. Eine neue Regelung hat das jetzt geändert.

Vatikan: Latein ist nicht mehr als erste Amtssprache im Vatikan vorgeschrieben
Im Vatikan gilt Latein nicht mehr als die vorgeschriebene erste Amtssprache. Das geht aus einem neuen Regelwerk für den Verwaltungsapparat des katholischen Kirchenstaats hervor. In Artikel 50 heißt es jetzt nur noch: "Die Behörden der Kurie schreiben ihre Akten in der Regel in Latein oder in einer anderen Sprache." Zuvor war festgelegt, dass die Schriftstücke normalerweise in Latein verfasst werden sollten. Vatikanangestellte müssen kein Latein mehr können Es bestand aber trotzdem die Möglichkeit, "gemäß den jeweiligen Notwendigkeiten auch andere Sprachen zu nutzen, die heute gebräuchlicher sind". Die wichtigste Arbeitssprache im Vatikan ist Italienisch. Im neuen Regelwerk wurde auch die Anforderung "guter Lateinkenntnisse" für die Vatikanangestellten gestrichen. In Zukunft werden nur noch gute Kenntnisse im Italienischen und in einer weiteren Sprache verlangt. Latein hat in den vergangenen Jahrzehnten in der katholischen Kirche immer mehr an Bedeutung verloren. Messen werden mittlerweile weltweit in den jeweiligen Landessprachen gehalten und auch päpstliche Gesetzestexte müssen inzwischen nicht mehr auf Latein im vatikanischen Amtsblatt erscheinen. Päpstliche Lehrschreiben werden aber weiterhin in lateinischer Fassung veröffentlicht und auch aktuelle Begriffe werden noch übersetzt.