Zeit 24.02.2026
17:17 Uhr

Unruhen in Jalisco: Mexikos Präsidentin sieht nach Gewalt "kein Risiko" für Fußball-WM


Nach dem Tod eines mexikanischen Drogenbosses bestehen Zweifel, ob die Fußball-WM 2026 in Mexiko sicher stattfinden kann. Präsidentin Sheinbaum will dafür garantieren.

Unruhen in Jalisco: Mexikos Präsidentin sieht nach Gewalt
Nach einer Welle der Gewalt in Mexiko mit mehr als 70 Toten will Präsidentin Claudia Sheinbaum für eine sichere Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft garantieren. Es gebe "alle Garantien" dafür, dass die Weltmeisterschaft im Sommer 2026 im Land stattfinden werde. Es gebe "kein Risiko" für Besucher, sagte Sheinbaum. Sie betonte, dass die Regierung die Lage unter Kontrolle habe. "Alle Behörden der Republik haben sich koordiniert, alle Kräfte der Bundesregierung, Sicherheitskräfte und Staatsanwaltschaft stehen für jede Situation bereit", sagte Sheinbaum. "Das Wichtigste ist, dass wir wieder Frieden und Ruhe herstellen." Mexiko richtet in wenigen Monaten als Co-Gastgeber 13 WM-Spiele aus, darunter das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika in Mexiko-Stadt. Weitere Spiele finden von Juni bis Juli auch in Kanada und den USA statt. Besonders betroffen von der Gewalt ist der Bundesstaat Jalisco, in dessen Hauptstadt Guadalajara vier WM-Spiele stattfinden sollen. Schon in einem Monat stehen dort Partien der ausstehenden Play-offs auf dem Programm. Der dritte Spielort ist Monterrey. Zudem wollen mehrere Teams ihr Quartier in Mexiko aufschlagen. Die deutsche Mannschaft wird weder in Mexiko wohnen noch in der Vorrunde Partien dort austragen. Fifa beobachtet Lage, DFB besorgt Die Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes durch die Armee am Sonntag hatte in weiten Teilen Mexikos zu gewaltsamen Ausschreitungen geführt . Der Chef des mächtigsten Drogenkartells in dem Land war bei einem Militäreinsatz in Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco verletzt worden und anschließend auf dem Flug in die Hauptstadt Mexiko-Stadt gestorben. Daraufhin hatten Anhänger von "El Mencho" in mehreren Bundesstaaten Straßensperren errichtet und Geschäfte und Banken angegriffen. Insgesamt wurden mindestens 27 Angehörige der mexikanischen Polizei und Armee sowie mindestens 46 mutmaßliche Bandenmitglieder getötet. Rund 10.000 Soldaten wurden inzwischen in die Regionen entsandt, um die Lage zu kontrollieren . Der Fußball-Weltverband Fifa hofft, dass sich die Situation vor Ort wieder beruhigt. "Bei der Fifa in Mexiko beobachten wir die Lage in Jalisco sehr genau und stehen in ständigem Austausch mit den Behörden", teilte der Weltverband mit. Der Geschäftsführer des Deutschen Fußballbunds, Andreas Rettig, äußerte in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Sorge über die Sicherheitslage vor Ort . "Es bleibt zu hoffen, dass sich diese kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt", sagte Rettig. In der Vergangenheit hatte es nach erfolgreichen Einsätzen gegen den organisierten Drogenhandel oftmals lange und blutige Machtkämpfe zwischen den Kartellen gegeben. Alleine im Bundesstaat Jalisco werden laut offiziellen Zahlen knapp 13.000 Menschen vermisst. Experten bezweifeln daher, dass es ruhig bleibt .