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19.12.2025
20:47 Uhr
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Zum ersten Mal gab es eine Kampfabstimmung um den Vorsitz der Adenauer-Stiftung. AKK gewann gegen einen Kandidaten, der von Friedrich Merz vorgeschlagen wurde.

Die frühere CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue Vorsitzende der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Bei einer Mitgliederversammlung setzte sie sich gegen den Bundestagsabgeordneten Günter Krings durch. Das bestätigte ein Sprecher der Stiftung der ZEIT. Demnach bekam Kramp-Karrenbauer 28 Stimmen, der CDU-Rechtsexperte Krings erhielt nur 21 Stimmen. Es gab eine Enthaltung. Kramp-Karrenbauer folgt auf den langjährigen Vorsitzenden Norbert Lammert . Der frühere Bundestagspräsident hatte im September mitgeteilt, den Stiftungsvorsitz nach acht Jahren abgeben zu wollen. Es ist das erste Mal in der 70-jährigen Geschichte der CDU-nahen Stiftung, dass es zu einer Kampfabstimmung um den Führungsposten kam. Dabei ging es auch um die Durchsetzungskraft des Bundeskanzlers und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz innerhalb seiner Partei . Für Kramp-Karrenbauer hatten unter anderem die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, sowie der ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, geworben. Die 63-jährige Saarländerin war von 2019 bis 2021 Verteidigungsministerin unter Kanzlerin Angela Merkel. 2018 setzte sie sich in einer Kampfabstimmung gegen Merz um den CDU-Vorsitz durch und blieb zwei Jahre an der Spitze der Partei. Kramp-Karrenbauer gehört bereits dem Stiftungsvorstand an. Merz unterstützte Kontrahenten Der Kanzler hatte sich hingegen für Krings als Vorsitzenden ausgesprochen. In einem Brief lobte er die "umfangreichen Erfahrungen in vielen Bereichen der Politik und der Wissenschaft". Der 56-Jährige gehört dem Bundestag seit 2002 an, ist stellvertretender Fraktionschef für die Fachbereiche Inneres und Recht und Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen in der Unions-Fraktion, der größten Landesgruppe der CDU im Bundestag . Merz sagte nach der Wahl: "Wir leben in einer Demokratie und nicht in einer Diktatur." Man müsse bereit sein, Kompromisse zu machen und zu akzeptieren, dass in demokratischen Gremien "anders entschieden wird, als der Vorsitzende es vielleicht will", sagte der Kanzler den ARD- Tagesthemen . Kramp-Karrenbauer werde die Adenauer-Stiftung gut führen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist bundesweit und im Ausland in 111 Städten aktiv. Sie ging aus der bereits 1955 gegründeten Gesellschaft für christlich-demokratische Bildungsarbeit hervor. Seit 1964 trägt sie den Namen des ersten Bundeskanzlers. Ziel ist die Förderung der freiheitlichen Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft. Die Stiftung fördert Begabte und journalistischen Nachwuchs. Frühere Vorsitzende waren etwa Alfred Müller-Armack, Hans-Gert Pöttering oder Bernhard Vogel.