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25.02.2026
14:29 Uhr
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Nach 16 Jahren an der Macht zeichnet sich ein Stimmungswechsel um die Partei von Viktor Orbán ab. Fidesz liegt laut Umfragen deutlich hinter der Oppositionspartei TISZA.

Einige Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn ist die Partei des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in den Umfragen deutlich zurückgefallen. Nach Zahlen, die das Institut Median vorlegte, erreichte Orbáns Partei Fidesz zuletzt 31 Prozent, die Mitte-Rechts-Partei TISZA von Oppositionsführer Péter Magyar kam auf 42 Prozent. Bei Wählerinnen und Wählern, die sich bereits entschieden haben, für wen sie am 12. April stimmen, ist der Rückstand demnach um acht auf 20 Prozentpunkte angestiegen. Unter den Entschlossenen unterstützen derzeit 55 Prozent die Oppositionspartei, bei Fidesz sind es 35 Prozent. Nach 16 Jahren als ungarischer Ministerpräsident steht Orbán vor dieser Wahl zunehmend unter Druck. Magyar, ein früheres Fidesz-Mitglied, prangert inzwischen offen die Korruption der ungarischen Regierung an. Der Oppositionskandidat hatte Ende 2025 zu Protesten in Ungarns Hauptstadt Budapest aufgerufen, zu denen fast 50.000 Demonstrierende erschienen. Ungarn und die EU Von Interesse dürften diese Entwicklungen auch für die Europäische Union sein. Fidesz gehört seit Mitte 2024 der neuen, von Orbán mitinitiierten rechten bis rechtsextremen Fraktion im Europäischen Parlament, Patrioten für Europa, an. In der Staatengemeinschaft ist der Ministerpräsident einer der engsten Mitstreiter von US-Präsident Donald Trump und zugleich einer der prominentesten Kritiker der EU selbst. Zuletzt sorgte Ungarn mit einem Veto dafür, dass Unterstützungen für die Ukraine und Sanktionen gegen Russland nicht verabschiedet werden konnten. Das Umfrageinstitut Median ist für seine präzisen Vorhersagen bekannt. Vor vier Jahren prognostizierte das Institut korrekt Orbáns deutlichen Sieg, überschätzte den Rückhalt für die Opposition dabei allerdings etwas. In den meisten anderen Umfragen liegt TISZA ebenfalls vorn. Fidesz verweist dagegen häufig auf Erhebungen, die die Regierungspartei in Führung sehen. Kritiker sagen indessen, dass diese Erhebungen hauptsächlich von Instituten stammten, die Fidesz finanziell oder persönlich verbunden seien.