Zeit 28.01.2026
13:36 Uhr

Ungarn: Budapester Bürgermeister wegen Pride-Demo angeklagt


Die ungarische Staatsanwaltschaft klagt Gergely Karácsony wegen seiner Rolle bei der Organisation einer verbotenen LGBTQ+-Demonstration an. Karácsony zeigt sich stolz.

Ungarn: Budapester Bürgermeister wegen Pride-Demo angeklagt
In Ungarn hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Budapester Bürgermeister, Gergely Karácsony, erhoben. Sie wirft ihm vor, eine Rolle bei der Organisation einer verbotenen Demonstration für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transmenschen (LGBTQ+) gespielt zu haben. "Ich bin von einem stolzen Verdächtigen zu einem stolzen Angeklagten geworden", schrieb Karácsony auf der Onlineplattform Facebook. "Denn das scheint der Preis zu sein, den man in diesem Land zahlen muss, wenn man für die eigene Freiheit und die der anderen eintritt." Hintergrund der Anklage ist ein Pride-Marsch in Budapest, an dem im Juni zehntausende Menschen teilgenommen hatten. Eigentlich hatte die Polizei den Marsch unter Berufung auf ein im März 2025 verabschiedetes Gesetz untersagt . Der Budapester Bürgermeister hatte versucht, das zu umgehen, indem er die Demonstration als städtische Veranstaltung anmeldete. Die Demonstration gilt als einer der größten Proteste gegen die Regierung des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Kritiker sehen in dem Vorgehen der Staatsanwaltschaft einen weiteren Schritt, die demokratischen Freiheiten vor der Parlamentswahl im April einzuschränken. In Umfragen in Ungarn liegt die neue Mitte-Rechts-Partei Tisza derzeit zwischen neun und zwölf Prozentpunkten vor Orbáns Fidesz-Partei.