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17.02.2026
15:36 Uhr
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MnHexP ist ein Abbauprodukt eines Weichmachers, der in der EU nicht zugelassen ist. Das Umweltbundesamt führt die ermittelte Belastung auf Sonnencreme zurück.

Das Umweltbundesamt hat bei einer Untersuchung des Urins Hunderter Kinder und Jugendlicher im fast allen Fällen eine schädliche Substanz nachgewiesen. In 238 von 259 untersuchten Urinproben von Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren sei der Stoff MnHexP entdeckt worden, teilte die Behörde mit. Damit wurde der Schadstoff in 92 Prozent der zwischen April und Juli 2025 gesammelten Proben nachgewiesen. In zwei Proben sei der Wert von 60 Mikrogramm pro Liter Urin, ab dem eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich sei, überschritten worden. MnHexP ist ein Abbauprobdukt des Weichmachers DnHexP, der in der EU nicht zugelassen ist. Das Umweltbundesamt hatte bereits 2024 über MnHexP-belastete Urinproben von Erwachsenen berichtet. Etwa zur gleichen Zeit entdecke das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in Nordrhein-Westfalen den Stoff in Urinproben von Kindergartenkindern. Strengere EU-Regeln sollen ab 2027 greifen Dem Umweltbundesamt zufolge gehen die MnHexP-Spuren im untersuchten Urin auf Sonnencreme zurück, wie die Behörde bereits 2024 ausgemacht hatte. Der Weichmacher kann demnach bei der Produktion des häufig zugesetzten UV-Filters DHHBs entstehen. Für Sonnenschutzmittel mit diesem UV-Filter werden in der EU den Angaben zufolge erst ab Januar 2027 strengere Regeln in Bezug auf den maximal erlaubten DnHexP-Gehalt gelten. Der große Anteil belasteter Proben und die teils hohe Konzentration seien überraschend, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. Zugleich mahnte er, dass die Verwendung von Sonnenschutzmitteln bei Kindern und Jugendlichen weiterhin essenziell bleibe , um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren. DnHexP ist den Angaben nach nicht der einzige fortpflanzungsschädliche Stoff, dem Menschen ausgesetzt sind. Die Gesamtbelastung durch Weichmacher habe in der letzten Analyse der Behörde bei Kindern und Jugendlichen bei einem Großteil insbesondere der jüngeren Kinder über der Aufnahmemenge gelegen, die als tolerierbar gilt. Daher solle "jede vermeidbare Quelle eliminiert werden", teilte das Umweltbundesamt mit.