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27.11.2025
11:51 Uhr
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Ver.di und der DGB sehen in der Annäherung des Familienunternehmer-Verbands an die AfD Parallelen zur Nazizeit. Weitere deutsche Firmen distanzieren sich von der Partei.

Führende Gewerkschaftsvertreter haben die Wirtschaft zu einer Brandmauer gegen die AfD aufgerufen und die Annäherung des Verbands der Familienunternehmer an die in Teilen gesichert rechtsextreme Partei mit Entwicklungen der Nazizeit verglichen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di , Frank Werneke, rief Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände zu einer klaren Positionierung auf. Der Verband der Familienunternehmer drohe "endgültig nach rechts abzudriften", sagte Werneke den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Geschichte mahnt, wie wichtig eine klare Abgrenzung der Wirtschaft gegenüber Rechtsextremen ist." Er verwies dabei auf historische Parallelen zur Unterstützung der NSDAP durch Industrielle im Jahr 1933 und fügte hinzu: "Also: Wehret den Anfängen!" DGB-Vorstandsmitglied sieht Gefahr für Deutschlands Ansehen Auch Anja Piel aus dem Vorstand des Dachverbands Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) forderte Mitgliedsunternehmen auf, "unmissverständlich Stellung für die Brandmauer zu beziehen". Wer einer nachweislich verfassungsfeindlichen Partei den Teppich ausrolle, gefährde die Demokratie, das Ansehen und die Anschlussfähigkeit Deutschlands, warnte sie – "mit unkalkulierbaren Risiken" auch für den Wirtschaftsstandort. Die deutsche Wirtschaft benötige dringend ausländische Fachkräfte, sagte Piel. Unternehmerfamilien stünden zudem in einer besonderen historischen Verantwortung, sagte die Gewerkschafterin mit Blick auf Verstrickungen deutscher Unternehmen in der NS-Zeit. Rossmann und Vorwerk sind ausgetreten Am Mittwoch hatten die Drogeriekette Rossmann und der Hausgerätehersteller Vorwerk ihre Mitgliedschaft im Verband der Familienunternehmer gekündigt. Die Deutsche Bank kündigte zudem einen Vertrag für eine in ihren Räumen geplante Veranstaltung des Verbands. Die Unternehmen reagierten damit auf die Entscheidung des Verbands, das Kontaktverbot zur AfD aufzuheben . Mehrere große deutsche Familienunternehmen distanzierten sich gegenüber dem Portal The Pioneer zudem von rechtsextremen Positionen. So teilte das Unternehmen Bosch mit, es stehe fest zu seinen Unternehmenswerten wie Vielfalt, Offenheit und Respekt und zu freiheitlich-demokratischen Grundwerten. Auch das Unternehmen Beiersdorf sowie die Schwarz-Gruppe, Dr. Oetker und Bahlsen lehnten populistische oder extremistische politische Positionen gegenüber der Plattform ab. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann verteidigte dagegen den Kurs des Verbands. Mit Andersdenkenden zu diskutieren, heiße nicht, deren Positionen zu akzeptieren, sagte Ostermann. Zugleich wolle man keine Regierung mit AfD-Beteiligung, denn deren Weltbild passe nicht zur freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung des Verbands.