Zeit 16.12.2025
05:09 Uhr

Ukrainegipfel in Berlin: Donald Trump sieht Einigung zum Kriegsende "näher als je zuvor"


Nach den Ukrainegesprächen in Berlin zeigt sich der US-Präsident optimistisch. Spitzen der EU schlagen eine multinationale Truppe vor – mit Unterstützung der USA.

Ukrainegipfel in Berlin: Donald Trump sieht Einigung zum Kriegsende
Nach den Ukrainegesprächen in Berlin hat sich US-Präsident Donald Trump optimistisch gezeigt. "Ich denke, wir sind jetzt näher dran als je zuvor", sagte Trump nach einem Telefonat mit den in Berlin versammelten Spitzen der Nato und europäischer Staaten über ein mögliches Kriegsende . Er habe "sehr lange und sehr gute Gespräche" mit den Partnern der Ukraine gehabt. Auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe er gesprochen, sagte Trump. Zugleich schränkte der US-Präsident ein: "Das sagen wir schon seit Langem, und es ist eine schwierige Angelegenheit." Russland wolle mal eine Lösung und "dann plötzlich wieder nicht", sagte er. Genauso verhalte es sich auch mit der Ukraine. "Wir müssen sie also auf einen Nenner bringen", sagte Trump. Bei der Frage nach möglichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine verwies der US-Präsident auf die EU. Man arbeite aktuell mit den europäischen Partnern daran, sagte Trump auf die Frage einer Reporterin im Weißen Haus. "Europa wird dabei eine große Rolle spielen." "Was die USA hier in Berlin an rechtlichen und an materiellen Garantien auf den Tisch gelegt haben, ist wirklich beachtlich", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Pressekonferenz über mögliche Sicherheitsgarantien. Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson nannte die Garantien klarer und glaubwürdiger, warnte jedoch: "Es bleiben viele schwierige Fragen, vor allem bei den Gebietsfragen und ob Russland überhaupt Frieden will." EU-Spitzen wollen Truppe zur Friedenssicherung In einer Stellungnahme stellten Staats- und Regierungschefs der EU eine multinationale Truppe zur Absicherung eines Waffenstillstands in der Ukraine in Aussicht. Die von den Europäern geführte und den USA unterstützte Truppe werde die Streitkräfte des Landes unterstützen sowie die Sicherheit des Luftraums und der Meere gewährleisten. Dies solle "auch durch Operationen innerhalb der Ukraine" geschehen, hieß es. In der Erklärung der Europäer wird der Ukraine auch "anhaltende und erhebliche Unterstützung" ihrer Streitkräfte zugesichert, die in Friedenszeiten eine Stärke von 800.000 Soldaten haben sollten. Die Erklärung wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie Staatschefs aus Frankreich, Großbritannien, Polen, Italien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden, EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterzeichnet. Die USA unterzeichneten das Dokument nicht. Allerdings betonten die EU-Spitzen darin eine "starke Konvergenz" zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Europa. Über eine internationale Truppe zum Schutz der Ukraine wird seit Längerem diskutiert. Die USA hatten unlängst ausgeschlossen, sich an einer solchen Truppe zu beteiligen. Trump hatte im Sommer aber gesagt, die Vereinigten Staaten seien bereit, die Verbündeten zu unterstützen. Vor allem Frankreich und Großbritannien drängen seit Längerem auf konkrete Vorbereitungen, Deutschland war eher zurückhaltend. Russland lehnt den Einsatz von Truppen zur Überwachung eines Waffenstillstands kategorisch ab. Gebietsabtretungen bleiben Streitpunkt Keine sichtbare Bewegung gab es wohl bei der Frage der Gebietsabtretungen der Ukraine . Selenskyj sprach von nach wie vor "unterschiedlichen Positionen" zwischen den Kriegsparteien. Dennoch sei es gelungen, den US-Unterhändlern die Position der Ukraine zu verdeutlichen. "Die Ukraine wird gehört", sagte Selenskyj. Am Sonntag und am Montag hatten der US-Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner in Berlin mit dem ukrainischen Präsidenten sowie europäischen Politikern über ein mögliches Ende des Ukrainekriegs beraten. "Wir haben in einer Reihe von Fragen, die wir für den Abschluss eines Friedensabkommens als entscheidend erachten, einen Konsens erzielt", hieß es von Unterhändlern der USA. Sie würden die Gespräche nun mit Russland rückkoppeln. Über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine informieren wir auch in unserem Liveblog .