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05.12.2025
07:46 Uhr
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"Dickköpfige Dummheit": Russlands Chefunterhändler Dmitrijew hat Bundeskanzler Merz verspottet. Er reagierte damit auf Merz' angebliche Worte in einer Krisenschalte.

Russland reagiert mit Spott auf einen Medienbericht über ein vertrauliches Telefonat europäischer Spitzenpolitiker zum Ukrainekrieg. Der russische Chefunterhändler Kirill Dmitrijew griff Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Post bei X hart an. "Lieber Merz, Sie sind nicht einmal im Spiel", schrieb er. "Sie haben sich durch Kriegstreiberei, die Torpedierung des Friedens, unrealistische Vorschläge, den Selbstmord der westlichen Zivilisation, Migration und dickköpfige Dummheit selbst disqualifiziert", fügte er hinzu. Der Spiegel hatte zuvor aus einem vertraulichen Telefonat zitiert, an dem neben Merz auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnahm. Darin äußerte Merz Misstrauen gegenüber den US-Unterhändlern im Ukrainekrieg. Danach soll Merz zu Selenskyj über die US-Unterhändler gesagt haben. "Sie spielen Spielchen, sowohl mit euch als auch mit uns." "Für Selenskyj besteht große Gefahr" An der Telefonschalte nahm laut dem Bericht auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teil. Das Gespräch soll am vergangenen Montag stattgefunden haben, bevor der US-Sondergesandte Steve Witkoff Russlands Staatschef Wladimir Putin traf . "Es besteht die Möglichkeit, dass die USA die Ukraine beim Thema Territorium verraten, ohne Klarheit über Sicherheitsgarantien", sagte Macron demnach. Für Selenskyj bestehe "eine große Gefahr". Weitere Teilnehmer an dem Gespräch sollen vor den US-Unterhändler gewarnt haben. "Wir dürfen die Ukraine und Wolodymyr nicht mit diesen Jungs alleinlassen", sagte Finnlands Präsident Alexander Stubb demnach. Nato -Generalsekretär Mark Rutte sagte dem Bericht zufolge, er sei einer Meinung mit Stubb. "Wir müssen Wolodymyr beschützen", wird Rutte zitiert. Laut dem Spiegel waren in der Schalte außerdem anwesend: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der polnische Regierungschef Donald Tusk, die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre sowie die EU-Spitzen Ursula von der Leyen und António Costa. Die Bundesregierung wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Kirril Dmitrijew ist Wladimir Putins Unterhändler bei den Gesprächen mit den USA . Er hat in den Vereinigten Staaten studiert, bei einer großen Investmentbank gearbeitet und gilt als geschickter Diplomat, der vor allem auf wirtschaftliche Anreize gegenüber US-Präsident Donald Trump setzt.