Zeit 04.03.2026
13:28 Uhr

Ukraine: Russischer LNG-Tanker sinkt vor Libyen nach Explosion


Die Ukraine hat offenbar einen russischen Tanker mit einer Drohne angegriffen. Nach einer Explosion und einem Großbrand sank das Schiff zwischen Libyen und Malta.

Ukraine: Russischer LNG-Tanker sinkt vor Libyen nach Explosion
Vor der Küste von Libyen ist ein russischer Flüssigerdgastanker gesunken. Das russische Verkehrsministerium teilte mit, das Schiff sei mit einer Marinedrohne angegriffen worden, die von der libyschen Küste gestartet sei. Das Ministerium machte die Ukraine verantwortlich. Auch der ukrainische Militäraktivist Serhij Sternenko, zuletzt als Berater des Verteidigungsministeriums im Drohnenbereich aktiv, bestätigte den Angriff . Er und unter anderem ein Journalist der New York Times veröffentlichten zudem Fotos der Explosion sowie von Schäden an dem Tanker. Auf dem Schiff ist dabei klar ein großes Leck erkennbar. Besatzungsmitglieder laut Russland in Sicherheit Eine offizielle Bestätigung seitens der Ukraine für den Angriff gibt es bisher allerdings nicht. Die Ukraine hat in der Vergangenheit jedoch regelmäßig russische Kriegsschiffe mit selbst entwickelten Marinedrohnen versenkt und in den vergangenen Monaten zudem im Schwarzen Meer und im Mittelmeer russische Öltanker, die zu dem Zeitpunkt kein Öl geladen hatten, mutmaßlich mit Drohnen aus der Luft attackiert . Der Tanker mit dem Namen Arctic Metagaz war mit Flüssigerdgas beladen und im nordrussischen Murmansk gestartet. Die 30 Besatzungsmitglieder sind laut russischen Angaben in Sicherheit. Laut dem Schiffstrackingdienst Vesselfinder konnte der Standort des Schiffs zuletzt am Montag südlich von Sizilien bestimmt werden. Die libysche Küstenwache teilte mit, auf dem Schiff habe es zunächst eine plötzliche Explosion gegeben, danach sei ein großer Brand ausgebrochen. Das Schiff sei schließlich im Mittelmeer zwischen Libyen und Malta komplett gesunken. Die Besatzung habe am Dienstagabend einen Notruf abgesetzt. Das Wrack liegt nach Angaben der Behörden etwa 240 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Sirte. Tanker steht unter internationalen Sanktionen Die Arctic Metagaz steht einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge unter Sanktionen der EU, Großbritanniens und der USA. Das Schiff gehört mutmaßlich zur sogenannten russischen Schattenflotte . Mit der Schattenflotte umgeht Russland internationale Sanktionen gegen den Export seines Rohöls oder von LNG, deren Käufer vermeiden dadurch wiederum Sekundärsanktionen seitens westlicher Länder. Die Schiffe der Schattenflotte steuern größtenteils Häfen in China und Indien an, zu regelmäßigen Käufern sollen aber auch die Türkei, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören. Nach Einschätzung des US-Finanzdienstleisters S&P Global umfasst die Schattenflotte fast 1.000 Schiffe, die teilweise nicht nur russisches, sondern auch iranisches und venezolanisches Öl transportieren sollen. Bis zu 80 Prozent der russischen Ölexporte werden demnach über diesen Weg abgewickelt. Hunderte dieser Schiffe stehen auf westlichen Sanktionslisten.