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16.01.2026
12:19 Uhr
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Ugandas Präsident Yoweri Museveni wurde ersten Auszählungen zufolge wiedergewählt. Sein Herausforderer Bobi Wine spricht von Betrug. Er wurde unter Hausarrest gestellt.

In Uganda zeichnet sich bei den Präsidentschaftswahlen ein deutlicher Vorsprung des Amtsinhabers Yoweri Museveni ab. Rund 76 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen entfielen auf den 81-Jährigen, teilte die Wahlkommission mit. Sein Herausforderer, der beliebte Sänger Bobi Wine, habe rund 20 Prozent der Stimmen erhalten. Gleichzeitig wurde auch das Parlament gewählt. Die endgültigen Ergebnisse werden für Samstagnacht erwartet. Nach der Wahl wurde Wine Angaben seiner Partei zufolge unter Hausarrest gestellt. Das Militär und die Polizei hätten seine Residenz "umzingelt und ihn und seine Frau damit praktisch unter Hausarrest gestellt", teilte Bobi Wines Partei National Unity Platform am späten Donnerstagabend auf der Plattform X mit. Sicherheitskräfte seien "unrechtmäßig über den Zaun geklettert und errichten nun Zelte auf seinem Grundstück". Wine warf der Regierung massiven Betrug bei der Wahl vor. In ländlichen Gebieten seien bereits vor dem offiziellen Beginn der Wahl seine Beobachter verschleppt worden. Dies habe seine Bemühungen untergraben, Manipulationen zu verhindern. Ein ranghohes Mitglied seiner Partei, das für den Westen des Landes zuständig sei, sei festgenommen worden, sagte Wine. Er rief seine Anhänger zu Protesten auf. Während der Abstimmung am Donnerstag war in dem ostafrikanischen Land das Internet blockiert , in Wahllokalen kam es zu Verzögerungen. Museveni ließ während der Abstimmung das Militär patrouillieren. Das UN-Menschenrechtsbüro hatte vergangene Woche mitgeteilt, die Wahl erfolge in einem Klima "weitverbreiteter Unterdrückung und Einschüchterung". Museveni seit 1986 im Amt Museveni ist der am drittlängsten regierende Präsident auf dem afrikanischen Kontinent und seit 1986 im Amt. Er änderte zweimal die Verfassung, um Alters- und Amtszeitbeschränkungen aufzuheben. Der 81-Jährige ist zunehmend auf das von seinem Sohn Muhoozi Kainerugaba geführte Militär angewiesen, um seine Herrschaft zu festigen. Es wird angenommen, dass er seinen Sohn als Nachfolger favorisiert.