Zeit 08.12.2025
15:34 Uhr

USA und Russland: Putins Sprecher lobt neue US-Sicherheitsstrategie


In ihrer neuen Sicherheitsstrategie gehen die USA auf Distanz zu Europa und erwähnen Russland kaum. Die russische Führung erkennt viele Parallelen zur eigenen Sichtweise.

USA und Russland: Putins Sprecher lobt neue US-Sicherheitsstrategie
Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow hat die neue US-Sicherheitsstrategie gelobt. Er sehe sie im Einklang mit der russischen Sichtweise, sagte Peskow. "Die Nuancen, die wir im neuen Konzept erkennen, sehen mit Sicherheit ansprechend für uns aus." Damit lobte Peskow das Strategiepapier bereits zum zweiten Mal: Schon am Sonntag sagte er, die im Dokument erkennbare Sichtweise sei "weitgehend in Übereinstimmung" mit Russlands Wahrnehmung. In dem Strategiepapier, das am Freitag vorgestellt wurde, positionieren sich die USA relativ neutral gegenüber Russland. Wurde das Land in der Version von 2022 noch als Bedrohung beschrieben, heißt es in dem Dokument nun lediglich, viele europäische Staaten würden Russland als Bedrohung sehen. In der europäischen Auseinandersetzung mit Russland sei aufseiten der Europäer ein "fehlendes Selbstbewusstsein" erkennbar. Die USA haben dem Dokument zufolge ein Interesse daran, in Verhandlungen mit Russland den Krieg gegen die Ukraine zu beenden und eine "strategische Stabilität" mit Russland aufzubauen. EU und Bundesregierung kritisierten US-Dokument Die USA gehen in dem Dokument außerdem zur EU auf Distanz. Diese wird als gefährlich für Meinungsfreiheit und den freien Markt beschrieben und werde von "instabilen Minderheitsregierungen" getragen. Den "Widerstand" dagegen wollten die USA politisch unterstützen und den Kurs der EU "korrigieren". Die "Wahrnehmung", wonach sich die Nato stetig erweitern könne, müsse zudem beendet werden. Seitens der EU und mehrerer europäischer Länder wurde das Strategiepapier stark kritisiert . Es sei inakzeptabel, dass die USA sich in innenpolitische Fragen der EU einmischten, sagte EU-Ratspräsident António Costa. Auch die Bundesregierung wies die Darstellung der EU zurück – und auch den Haltungswechsel der USA in Bezug auf Russland. So kritisierte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille, dass Russland in dem Dokument nicht mehr als Bedrohung für Europa beschrieben werde. "Diese Einschätzung teilen wir nicht", sagte Hille. "Russland hat den Krieg zurückgebracht nach Europa", die Bedrohung sei offensichtlich. USA distanzieren sich erneut von der Nato Die Distanzierung der USA von weiteren Erweiterungen der Nato findet sich nicht nur in dem neuen Strategiepapier, sondern auch in der Ursprungsfassung des 28-Punkte-Plans für ein Kriegsende in der Ukraine. Das Dokument entstand ohne Zusammenarbeit mit der EU und basiert mutmaßlich vor allem auf russischen Forderungen. In dem Plan hieß es, die USA würden eine Vermittlerrolle im Verhältnis der Nato zu Russland annehmen – obwohl sie dem Militärbündnis nicht nur selbst angehören, sondern bisher auch grundlegende Mechanismen innerhalb der Nato steuern. Davon wiederum wollen sich die USA allerdings langfristig lösen, was wiederum ebenfalls mit russischen Interessen übereinstimmt.