Zeit 06.02.2026
12:42 Uhr

USA und Iran: Verhandlungen zwischen Iran und USA beginnen indirekt


Vertreter von USA und Iran wollen sich im Oman treffen. Zu Beginn sprachen beide Seiten nicht direkt miteinander, sondern mit dem omanischen Außenminister als Vermittler.

USA und Iran: Verhandlungen zwischen Iran und USA beginnen indirekt
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben in einem indirekten Format begonnen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sei auf dem Weg zu einem zweiten Treffen mit seinem omanischen Amtskollegen Badr al-Bussaidi, berichtete eine Korrespondentin des Staatsfernsehens aus der omanischen Hauptstadt Maskat. Das omanische Außenministerium verkündete auf X, dass al-Bussaidi sich separat mit Araghtschi sowie der US-Delegation um den Sondergesandten Steve Witkoff und Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner getroffen habe. "Die Beratungen waren darauf fokussiert, angemessene Bedingungen für die Wiederaufnahme diplomatischer und technischer Verhandlungen zu schaffen", hieß es in der Mitteilung. Ob es am Freitag auch noch zu direkten Verhandlungen zwischen Araghtschi und Witkoff kommt, blieb zunächst unklar. Uneinigkeit über Inhalt der Verhandlungen Die Positionen der beiden Seiten liegen weit auseinander . US-Außenminister Marco Rubio zufolge soll über das Atomprogramm des Irans, seine ballistischen Raketen, die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region und den "Umgang mit dem eigenen Volk" gesprochen werden. Der Iran teilte mit, er werde nur über eine Begrenzung des Atomprogramms verhandeln. Eine vollständige Aufgabe sei eine rote Linie. Auch Verhandlungen über das Raketenprogramm schloss Irans Regierung vor dem Termin kategorisch aus. Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA und der Iran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung die Urananreicherung vollständig einstellt. Der Oman war damals bereits Gastgeber von Gesprächen. Einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen im Iran . Brutales Vorgehen gegen Proteste Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten Sanktionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten. Das iranische Regime ließ die Proteste brutal niederschlagen, es wurden wohl zehntausende Menschen getötet . Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, dass neue Gespräche dem Regime den Rücken stärken könnten.